Aufregung über die Ökoabgabe: Vor allem bei Fiat kommen die Pläne gar nicht gut an.

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Gewerkschaften und Autoindustrie laufen Sturm: Die italienische Regierung will eine Ökosteuer nach dem Bonus-Malus-System für den Pkw-Kauf einführen. Bei Fiat-Chrysler-Europa-Chef Pietro Gorlier schrillen die Alarmglocken. Die von Fiat Chrysler (FCA) bis 2021 geplanten Investitionen von fünf Milliarden Euro in Italien wackeln, warnt Gorlier. Der Warnruf ist nicht unbegründet: Experten gehen von einem Absatzrückgang von 100.000 Pkws aus, sollte die Ökosteuer kommen. Italiens Autoindustrie wäre davon besonders betroffen. FCA hat keine Modelle mit Elektro- und Hybridantrieb im Angebot, nur Pkws mit hohem Schadstoffausstoß.

Der Marktführer müsste daher mit besonders hohen Rückgängen rechnen. Zur Unzeit: Italiens Autoindustrie befindet sich schon länger im Niedergang. FCA wird 2018 erstmals seit Jahren weniger als eine Million Autos in Italien fertigen. Lancia existiert praktisch nicht mehr. Die Produktionszahlen der FCA-Töchter Maserati und Alfa Romeo fallen dramatisch.

Höhere Abgaben für Benzin und Diesel

Die im Haushalt 2019 geplanten Ökoabgaben würden Pkw mit Diesel- und Benzinmotoren mit bis zu 2000 Euro Mehrkosten belasten. Für den Kleinwagen Fiat Panda würden etwa 300 bis 400 Euro höhere Abgaben fällig. Für den Kauf von Pkws mit alternativen Antrieben sind aber auch Anreize vorgesehen. 2017 trugen solche Modelle etwa mit elf Prozent zu den rund zwei Millionen Neuzulassungen bei – der Großteil allerdings gasbetrieben. Nur 2000 reine Elektroautos fanden Abnehmer, 66.000 Fahrzeuge hatten einen Hybridantrieb.

Lega-Chef Matteo Salvini will auf die Malus-Regelung verzichten. Dem Staat entgingen damit allerdings Einnahmen von 340 Millionen Euro. Koalitionspartner Fünf-Sterne, auf dessen Betreiben die Maßnahme in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde, verspricht eine akzeptable Lösung. Diese dürfte nun so aussehen, dass nur Luxusautos betroffen sind. (Thesy Kness-Bastaroli, 17.12.2018)