Drei Wochen lang, bis zur schwedischen Parlamentswahl, stand Greta Thunberg täglich vor dem Parlament. Nun protestiert sie jeden Freitag, tausende Schüler tun es ihr gleich.

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Kattowitz – Als "stärkste Rede der Klimakonferenz" feiern gerade einige Medien die Ansprache von Greta Thunberg. Die 15-jährige Schülerin aus Schweden sagte vor den versammelten Vertretern aus 200 Ländern: "Ihr seid nicht erwachsen genug zu sagen, wie es wirklich ist."

Darum übernehme sie das. Sie kritisierte, das unsere Biosphäre geopfert wird, damit reiche Menschen im Luxus leben können. "Es ist das Leiden von vielen, das den Luxus von wenigen bezahlt", so die Schülerin.

"Wir können eine Krise nicht lösen, wenn wir sie nicht als Krise anerkennen", sagte das Mädchen, das auf Fotos immer zwei lange Zöpfe trägt. Doch sie sei nicht hergekommen, um Weltführer darum anzuflehen, sich darum zu kümmern: "Ich habt uns in der Vergangenheit ignoriert, ihr werdet uns auch in Zukunft ignorieren." Sie sei gekommen, um ihnen zu sagen, dass Veränderung kommen wird, "egal ob ihr wollt oder nicht".

Schulstreik in 270 Städten

Über Thunberg wird seit dem Sommer in internationalen Medien berichtet, weil sie die Schule schwänzt, um vor dem schwedischen Parlament gegen den Klimawandel zu protestieren. Über 20.000 Schüler in rund 270 Städten schlossen sich ihr an. Unter dem Mott #FridaysForFuture gehen sie Freitags auf die Straße, statt in den Unterricht. "Warum sollen wir für eine Zukunft lernen, die bald nicht mehr existieren wird, wenn niemand etwas tut, um sie zu retten?", sagte Thunberg.

Die 15-Jährige hat das Asperger-Syndrom, eine Variante des Autismus. Darum seien die meisten Dinge für sie schwarz oder weiß, wie sie sagt. Und den Klimawandel sieht sie schwarz. (red, 17.12.2018)