Eisenstadt – Die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt verbannt Perchten. Grund dafür ist die heurige Show eines Krampusvereins mit einem brennenden Kreuz, berichtete der "Kurier" am Dienstag. Dieses in flammen stehende Kreuz erhitzte vor allem in sozialen Medien die Gemüter. Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) meinte nun in einem Statement: "Die Kritik ist vollkommen berechtigt."

"Ein Fixpunkt am Eisenstädter Christkindlmarkt ist der traditionelle Perchtenlauf, der heuer am 16. Dezember veranstaltet wird. Die schaurigen Gestalten starten im Innenhof des Schlosses Esterhazy und ziehen von dort zum Hauptplatz" – so wurde der Programmpunkt auf der Stadtwebsite angekündigt. Auch im Rathaus spricht man von einem "festen Bestandteil des Christkindlmarktes" und einem "Publikumsmagneten". Doch nicht allen im Publikum hat die Show diesmal gefallen.

Kritik an Kreuz

Eine Frau soll auf ihrer privaten Facebook-Seite in einem Beitrag ihren Unmut dazu geäußert haben. Was folgte, waren laut dem Obmann des Krampusvereins zahlreiche Kommentare, die zum Teil wegen ihres Inhalts von Facebook gelöscht wurden. Das Originalposting ist mittlerweile selbst gelöscht. "Die Verfasserin hat mich heute Vormittag kontaktiert und sich entschuldigt. Sie wird auch eine öffentliche Klarstellung posten, worin sie erklärt, dass sich die Kritik nicht gegen unseren Verein, sondern gegen die Aktion, also das brennende Kreuz gerichtet hat", so der Krampusvereinsobmann am Dienstag gegenüber der APA.

Er wies in einer Stellungnahme die Kritik, dass "eine satanistische Opferung ohne Opfer" dargestellt worden sei und ein "großes brennendes Christuskreuz" von "vielen Besuchern als pietät- und geschmacklos" empfunden worden sei zurück. "Unsere dargestellte Show hat keinen politischen und keinen religiösen Hintergrund und sollte auch kein Statement gegen irgendeine Kirchengemeinschaft ausdrücken." Die erzählte Geschichte sollte eine "teuflische Hochzeit" von zwei Krampussen darstellen, wobei sich am Ende der Show das hinter dem Altar angezündete Kreuz in Eheringe umwandeln und zum Lied "Ring of Fire" brennen sollte, erläuterte er.

Part gestrichen

Zuvor hatte der Verein in drei anderen Gemeinden diese Show gezeigt – und zwar ohne Aufregung oder Beschwerden. "Wir werden diesen Part jetzt dennoch rausnehmen, weil wir nicht für noch mehr Gesprächsstoff sorgen wollen", sagte der Obmann des Vereines mit rund 120 Mitgliedern. "Der Ruf und das Image wurde durch diese Geschichte massiv geschädigt."

Bürgermeister Steiner erklärte, dass diese Perchten-Gruppe in den vergangenen Jahren bereits anwesend war und es nie zu derartigen Vorfällen gekommen sei. Er betonte, dass er daher davon ausgegangen sei, dass auch in diesem Jahr alles in Ordnung sein würde. "Aus der Erfahrung des heurigen Jahres wird eine ganz klare Konsequenz gezogen: Es wird künftig in Eisenstadt im Rahmen des Christkindlmarktes keine Auftritte von Perchten mehr geben", so der Stadtchef. (APA, 18.12.2018)