Als Verliererin in den Senat – und vielleicht bald wieder weg: Martha McSally.

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Phoenix – Martha McSally, Abgeordnete zum Repräsentantenhaus, würde wohl nicht übertreiben, sollte sie die letzten Wochen als politische Achterbahnfahrt beschreiben. Kurz nach dem Wahltag Anfang November sah noch alles danach aus, als würde die Republikanerin in den Senat einziehen – erste Ergebnisse sahen sie deutlich vor ihrer demokratischen Konkurrentin Kyrsten Sinema. Doch dann kamen im Laufe der Woche neue Ergebnisse herein – und am Ende lag McSally 1,7 Prozentpunkte hinter Sinema. Sie verlor – und zieht nun trotzdem zeitgleich mit Sinema in den Senat ein.

Der Grund liegt in einer Spätfolge des Todes von Senator John McCain Ende August. Diesen hatte der republikanische Gouverneur von Arizona, Doug Ducey, ursprünglich mit dem schon pensionierten Exsenator Jon Kyl besetzt. Dieser gilt als verlässlicher Vertreter eines alten Republikanertums – auch wenn er deutlich konservativer ist, als es der verstorbene McCain gewesen war. Doch nun, Anfang der Woche, trat Kyl schon wieder zurück – er wolle seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin die Möglichkeit eröffnen, sich einzuarbeiten, teilte er in einem Statement mit. Zudem glaube er, dass er mit seinem 76 Jahren nicht mehr der ideale Vertreter seines Bundesstaates sei.

Kompliziertes System

Warum es zu diesem Manöver gekommen war, wurde nun am Dienstag klar: Da nominierte Gouverneur Ducey McSally für den freiwerdenden Posten, den zunächst McCain und dann Kyl innegehabt hatten. Das innerparteiliche Gewicht verschiebt sich damit noch weiter nach rechts. Zwar war auch McSally ehemals als Vertreterin des Establishments aufgetreten – im Wahlkampf hatte sie sich aber deutlich der harten und populistischen Linie von Präsident Donald Trump angenähert. Demokratiepolitisch, können zumindest nun die Demokraten bemängeln, sei das problematisch: Wähler, die sich 2016 für den moderaten Trump-Gegner McCain entschieden hatten, werden nun bis zur nächsten Wahl von Trump-Anhängerin McSally vertreten. Sie kann dann auch den Amtsbonus nutzen.

Es könnte allerdings trotzdem ein kurzes Interregnum der Wahlverliererin werden. Denn am 3. November 2020 muss sie sich dem Volk stellen. Dann geht es erneut um eine nur kurze Wirkungsperiode im Senat: Denn bei der regulären Wahl 2022 muss sich der oder die Siegerin erneut dem Stimmbürgern stellen. (Manuel Escher, 18.12.2018)