Zan Kranjec schreibt Sportgeschichte für Slowenien.

Foto: APA/Gindl

Kollektive Erschütterung in der österreichischen Skisportseele, wenn Marcel Hirscher einmal nicht gewinnt.

Foto: AP/Marco Tacca

Saalbach – Zan Kranjec hat am Mittwoch sensationell den Riesentorlauf in Saalbach und damit sein erstes Weltcup-Rennen gewonnen. Der Slowene setzte sich 19 Hundertstel vor dem Schweizer Loic Meillard sowie eine halbe Sekunde vor dem Franzosen Mathieu Favre durch. Bester Österreicher war einmal mehr Marcel Hirscher, der sich aber mit Platz sechs begnügen musste.

Nachdem der Salzburger zuletzt in Alta Badia dominiert hatte, lief es für ihn in seinem Heimatbundesland überhaupt nicht nach Wunsch. "So bitter und heftig ist es selten gelaufen, ich war komplett von der Rolle", gestand Hirscher. Zwar habe es Probleme mit der Präparierung beim Ski gegeben, "aber ich muss auch meinen Beitrag dazu leisten", betonte der 29-Jährige im ersten ORF-Interview. "Da sieht man: Vor zwei Tagen Hero, heute Zero, das ist schon krass."

"Der sechste Platz ist voll die Schadensbegrenzung", merkte er an, und der Zeitrückstand mit 0,77 Sekunden sei auch noch okay. Das Ergebnis muss er akzeptieren. "Das gehört auch dazu. Mein Lieblingsthema, das Setup, funktioniert sehr oft sehr gut, aber man sieht, es muss halt alles zusammenpassen. Also entweder ich habe das Skifahren in zwei Tagen verlernt, oder was anderes passt nicht."

Schuldiger Stein

Aber auch dem nach dem ersten Lauf noch zweitplatzierten Manuel Feller erging es nicht besser. Der Tiroler schied aus, nachdem er im zweiten Durchgang nach einer knappen halben Minute Fahrzeit einen Stein erwischt hatte. "Da war mein Rennen vorbei", erklärte Feller. "Danach war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich auf der Pappen liege, denn ich habe keinen Rechtsschwung mehr auf Zug gebracht."

Feller lag nach dem ersten Lauf nur 3/100 hinter Olsson, beide sahen im zweiten Durchgang nicht das Ziel. Vor Heimpublikum war Feller besonders motiviert. "Man will eine ganz besonders gute Leistung zeigen, es sind sehr, sehr viel Leute von daheim da, aber man muss sich trotzdem auf das Rennen konzentrieren. Es ist ein bisserl einfacher, wenn man mal einen Lauf im Ziel hat", meinte er zur Pause.

Kranjec ist nun der erste Slowene mit einem Riesentorlauf-Sieg im Weltcup. "Ich bin sehr glücklich, dass ich das geschafft habe", betonte der 26-Jährige. Damit gab es gleich zwei slowenische Siege an einem Tag, nachdem unmittelbar zuvor Ilka Stuhec den Gröden-Super-G gewonnen hatte. Der 22-jährige ehemalige Junioren-Weltmeister Meillard stand als Zweiter erstmals auf dem Weltcup-Stockerl.

Zweitbeste Laufzeit von Strolz

Johannes Strolz verbesserte sich mit zweitbester Laufzeit noch von Rang 28 auf 17, er erreichte sein bestes Karriereergebnis in dieser Disziplin. "Das Ergebnis passt, ich bin zufrieden. Im ersten Durchgang war es mit der Sicht und der Piste brutal schwer", erklärte der 26-Jährige. Vor allem für die Leistung im zweiten gab es Lob von ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher. "Im zweiten hat er auch die Piste genützt und es gut gemacht."

Philipp Schörghofer hatte sich mit 4,43 Sekunden Vorsprung als 25. noch für den zweiten Durchgang qualifiziert, schied aber aus. Stefan Brennsteiner als 34., Magnus Walch als 36., Marco Schwarz als 44., Roland Leitinger und Debütant Patrick Feurstein (jeweils ausgefallen) erreichten vor 4.300 Zuschauern im Zielgelände und Hunderten am Pistenrand das Finale nicht. (APA, 19.12.2018)

RTL in Saalbach-Hinterglemm, Mittwoch

1. Zan Kranjec (SLO) 2:50,08
2. Loic Meillard (SUI) +0,19
3. Mathieu Faivre (FRA) +0,50
4. Stefan Luitz (GER) +0,58
5. Thomas Fanara (FRA) +0,72
6. Marcel Hirscher (AUT) +0,77
7. Alexis Pinturault (FRA) +0,83
8. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,88
9. Luca de Aliprandini (ITA) +1,48
10. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR) +1,86
11. Manfred Mölgg (ITA) +2,39
12. Gino Caviezel (SUI) +2,43
13. Victor Muffat-Jeandet (FRA) +2,50
14. Tommy Ford (USA) +2,62
15. Ted Ligety (USA) +2,88

Weiters:
17. Johannes Strolz (AUT) +3,34

Schörghofer und Feller out.

Gesamtweltcup nach 12 Rennen:

1. Marcel Hirscher (AUT) 520
2. Max Franz (AUT) 341
3. Aksel Lund Svindal (NOR) 333
4. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 303
5. Henrik Kristoffersen (NOR) 292
6. Mauro Caviezel (SUI) 283
7. Beat Feuz (SUI) 253
8. Kjetil Jansrud (NOR) 250
9. Vincent Kriechmayr (AUT) 241
10. Alexis Pinturault (FRA) 239

Riesentorlauf-Wertung (5):

1. Marcel Hirscher (AUT) 420
2. Alexis Pinturault (FRA) 224
3. Henrik Kristoffersen (NOR) 212
4. Loic Meillard (SUI) 211
5. Stefan Luitz (GER) 207
6. Matts Olsson (SWE) 190
7. Zan Kranjec (SLO) 165
8. Mathieu Faivre (FRA) 160
9. Thomas Fanara (FRA) 154
10. Tommy Ford (USA) 134