Hände hoch, Skier hoch.

Foto: APA/BARBARA GINDL
Grafik: APA

Saalbach-Hinterglemm – Marcel Hirscher hat am Donnerstag in Saalbach-Hinterglemm den zweiten Saisonslalom gewonnen und damit seinen 29. Spezialslalomsieg und insgesamt 63. Weltcupsieg gefeiert. Der Salzburger siegte 0,38 Sekunden vor dem Schweizer Loic Meillard sowie 0,47 vor Henrik Kristoffersen. Mit 63 Siegen überholte Hirscher seine Landsfrau Annemarie Moser-Pröll (62) und ist nun Österreichs an Weltcupsiegen erfolgreichster Skiläufer aller Zeiten.

Hirscher Sekundenbruchteile vor der Fixierung seines 63. Weltcupsieges.
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Nur noch Ingemar Stenmark (86) und Lindsey Vonn (82) haben weiterhin mehr Siege auf dem Konto als Hirscher. Wenn die Disqualifikation des Deutschen Stefan Luitz im Riesentorlauf in Beaver Creek offiziell wird, hält Hirscher bei bereits 64 Siegen.

Das ÖSV-Team schnitt im zweitletzten Rennen vor der Weihnachtspause hervorragend ab, Manuel Feller landete auf Platz vier (0,66), Michael Matt auf fünf (0,78) und Marco Schwarz auf neun (1,02).

Zielhang am Limit

Nach dem ersten Durchgang hatte Hirscher auf Meillard (12.) einen satten Vorsprung von 2,13 Sekunden, knapp vier Zehntel blieben am Ende übrig. Auch weil der siebenfache Gesamtweltcupsieger noch wertvolle Informationen über Löcher auf der Piste bekommen hatte. "Der erste Lauf war solide, im zweiten war ich auf der Sicherheitslinie. Es war am Ende eine sehr knappe Entscheidung. Der untere Teil war hart am Limit zu dem, was man Skirennfahren nennt, danach kommt nur noch Buckelpiste", erklärte der Salzburger.

Schon im ersten Lauf war die Piste rasch gebrochen, am besten hatte sich von den Österreichern mit "höheren" Nummern Schwarz mit der 16 als Elfter (+2,06) gezeigt. Vor dem zweiten Durchgang wurde die Piste mit Wasser und Salz behandelt. "Ich mag den Berg, leider waren die Bedingungen aber nur so, so", meinte Wahl-Österreicher Kristoffersen und verwies darauf, dass man ja Weltmeisterschaften haben will. Einen Abschnitt wie den Schlussteil sei er jedenfalls noch nie im Weltcup gefahren.

Zwei, eins, drei: Loic Meillard, Marcel Hirscher und Henrik Kristoffersen.
Foto: AP/Marco Tacca

Olympia-Bronzemedaillengewinner Matt hatte wegen Rückenproblemen nach einem Trainingssturz erst in der Früh über sein Antreten entschieden, der Rückfall von Halbzeitrang zwei auf fünf ließ sich so verschmerzen. "Den Umständen entsprechend ist das Ergebnis okay, aber der zweite Lauf war nicht gut. Es war extrem schwierig, die Sicht war schlecht, es waren brutale Löcher drinnen. Und je unruhiger es wird, desto schwieriger wird es für den Kopf, weil ich vor zwei Tagen nicht einmal gerade gehen konnte", sagte der Tiroler.

Feller von 17 auf vier

Von 17 auf vier verbesserte sich Feller, das war Balsam auf den Wunden des von Saalbach kopfgesponserten Athleten nach dem Ausfall im Riesentorlauf. "Das Ganze war ein bisschen schwierig für mich hier. Natürlich ist es fein, wenn man viele Fans hier hat, aber man muss irgendwie trotzdem die Konzentration bewahren", erklärte der Tiroler. Nach der "Semmel" im ersten Durchgang schaffte er die Kehrtwende. "Wir haben viel am Set-up verändert, Schuhe und Ski gewechselt."

Auch der neuntplatzierte Schwarz landete wie beim ersten Saisonslalom in Levi in den Top Ten. "Es ist nicht das, was ich draufhabe", so der Kärntner. Christian Hirschbühl wurde 19., Marc Digruber 22. Fabio Gstrein hatte als 33. ebenso die Qualifikation für den zweiten Durchgang verpasst wie die in dem ausfallsreichen Slalom nicht ins Ziel gekommenen Mathias Graf und Johannes Strolz.

Der Schweizer Meillard wird auf ewig glücklich auf Saalbach zurückblicken – trotz Rumpelpistenverhältnissen. Er war bereits im Riesentorlauf hinter dem slowenischen Sensationssieger Zan Kranjec Zweiter geworden, es sind die ersten Stockerlplätze seiner Karriere. "Das waren zwei harte Tage auf der Piste. Da musste man kämpfen, ich bin sehr glücklich", sagte der 22-Jährige. (APA, 20.12.2018)

Herrenslalom am Donnerstag in Saalbach-Hinterglemm:

1. Marcel Hirscher (AUT) 1:54,98
2. Loic Meillard (SUI) +0,38
3. Henrik Kristoffersen (NOR) +0,47
4. Manuel Feller (AUT) +0,66
5. Michael Matt (AUT) +0,78

. Daniel Yule (SUI) +0,78
7. Clement Noel (FRA) +0,79
8. Stefan Hadalin (SLO) +1,00
9. Marco Schwarz (AUT) +1,02
10. Ramon Zenhäusern (SUI) +1,08
11. Manfred Mölgg (ITA) +1,11
12. Andre Myhrer (SWE) +1,19
13. Julien Lizeroux (FRA) +1,30
14. Alexis Pinturault (FRA) +1,46
15. Sebastian-Foss Solevaag (NOR) +1,58
16. Alex Vinatzer (ITA) +1,59
17. Luca Aerni (SUI) +1,64
18. David Ketterer (GER) +1,93
19. Christian Hirschbühl (AUT) +1,94
20. Victor Muffat-Jeandet (FRA) +2,24
21. Matej Vidovic (CRO) +2,25
22. Marc Digruber (AUT) +2,37
23. David Ryding (GBR) +2,41
24. Mattias Hargin (SWE) +2,93
25. Dominik Stehle (GER) +3,24
26. Sandro Simonet (SUI) +3,68
27. Felix Neureuther (GER) +4,01

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR), Tanguy Nef (SUI), Jean-Baptiste Grange (FRA)

Slalomwertung nach zwei Rennen:

1. Marcel Hirscher (AUT) 200
2. Henrik Kristoffersen (NOR) 140
3. Loic Meillard (SUI) 98
4. Daniel Yule (SUI) 85
5. Andre Myhrer (SWE) 82
6. Michael Matt (AUT) 81
7. Manuel Feller (AUT) 79

8. Ramon Zenhäusern (SUI) 76
9. Marco Schwarz (AUT) 55
10. Jean-Baptiste Grange (FRA) 45
11. Stefan Hadalin (SLO) 45
12. Christian Hirschbühl (AUT) 44
13. Julien Lizeroux (FRA) 40
14. Clement Noel (FRA) 36
15. David Ryding (GBR) 30

Weltcupgesamtwertung nach 13 Rennen:

1. Marcel Hirscher (AUT) 620
2. Henrik Kristoffersen (NOR) 352
3. Max Franz (AUT) 341
4. Aksel Lund Svindal (NOR) 333
5. Loic Meillard (SUI) 309
6. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 303
7. Mauro Caviezel (SUI) 283
8. Alexis Pinturault (FRA) 257
9. Beat Feuz (SUI) 253
10. Kjetil Jansrud (NOR) 250
11. Vincent Kriechmayr (AUT) 241