Alexa gibt manchmal verstörende Sätze von sich.

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Amazon versucht vermehrt, Alexa beizubringen, menschliche Konversationen zu führen und auch zu scherzen. Das hat aber auch teils ungewollte Folgen, wie "Reuters" berichtet – ein Kunde etwa gibt an, dass sie zu ihm sagte: "Töte deine Pflegeeltern". In anderen Fällen sprach sie ungefragt über Hundekot und sexuelle Praktiken.

Komplexe Wünsche erfüllen

Amazons will, dass Alexa über jegliche Themen sprechen kann, die sie im Internet findet. Das Ziel ist, auch komplexere Wünsche der Kunden befolgen zu können – etwa jener nach Gesellschaft. Aktuell beschränken sich Gespräche mit Sprachassistenten auf Befehle, etwa "Schalte das Licht aus" oder "Erhöhe die Lautstärke". Um Alexas Intelligenz in dieser Hinsicht zu erhöhen, vergibt Amazon den mit 500.000 US-Dollar dotierten "Alexa-Preis" an Entwickler, die ihre Fähigkeiten verbessern können. Nutzer können übrigens mitmachen, indem sie Alexa dazu auffordern, zu plaudern.

Kunden als (unfreiwillige) Tester

Amazon-Chef Bezos hat bisher genehmigt, dass Kunden als Testobjekte für Innovationen bei Alexa genutzt werden. Dadurch soll die Lernfähigkeit der Sprachassistentin weitaus schneller ansteigen, als wenn nur ausgewählte Tester sie auf die Probe stellen würden. Das funktioniert offenbar auch: Kunden haben die Konversationsbots im heurigen Jahr besser bewertet als im letzten, sagt eine informierte Person zu "Reuters". In manchen Fällen wurden Bots aber auch frühzeitig abgedreht.

Etwa im Falle des Nutzers, der die Aufforderung bekam, die Pflegeeltern umzubringen. Er beschwerte sich und gab auf der Plattform eine schlechte Bewertung ab. Das Ereignis wurde untersucht; offenbar hatte Alexa ohne Kontext ein Posting aus dem sozialen Medium Reddit zitiert.

Natürliche Sprache

Doch Amazons Bestreben ist kein einfaches: Damit Alexa natürlich sprechen kann, müsste sie erst lernen, auf soziale Signale zu reagieren – etwas, wo sich bereits viele Menschen schwer tun. Ein Ansatz ist, regelmäßig das Internet zu crawlen und dort Antworten zu suchen. Hier sind bestimmte Filter im Einsatz, die etwa Schimpfwörter erkennen und sie ausblenden. (red, 22.12.2018)