Seit einiger Zeit stellen Amazon-Lieferanten Pakete ohne Bestätigung vor die Tür. Diebe sehen das nun offenbar als leichte Beute.

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Seit über einem Monat liefert Amazon seine Pakete in Wien teilweise selbst. Doch nun klagen mehrere Nutzer von Ware, die zwar in der App als geliefert angezeigt wird, in der Realität aber nirgendwo aufzufinden ist. Der Grund dafür: Amazons externe Paketzusteller legen Bestellungen oftmals einfach vor die Haustür – selbst, wenn sie einen Wert von mehreren hundert Euro haben. Das Unternehmen hat bis dato nämlich keine eigenen Abholstationen in Wien, was zur Folge hat, dass ein Paket, das nicht entgegengenommen wird, zurück in die Zentrale im niederösterreichischen Großebersdorf muss.

Weihnachtsgeschenke gestohlen

Diebe nutzen das offenbar nun aus und stehlen Pakete, was vor allem kurz vor Weihnachten für viele User ärgerlich sein dürfte. Eine Nutzerin sagte gegenüber der "Wiener Zeitung", dass sie bei der Ankunft zuhause ein aufgerissenes Paket entdeckt hatte, in dem sich ihre Ware – eine Haarbürste – allerdings noch befand. Der Dieb hatte sich wohl wertvollere Beute erwartet. In einem anderen Fall bekam eine Nutzerin ihr Paket nie zu Gesicht, erst durch Zufall entdeckte sie bei ihrem Konto, dass es eigentlich schon ausgeliefert wurde.

Verantwortung liegt beim Zusteller

Grundsätzlich gilt: Zusteller brauchen eine Abstellgenehmigung, wenn sie ein Paket ohne Empfangsbestätigung (z.B. Unterschrift) abstellen wollen. Haben sie das nicht, ist es nicht ordentlich geliefert, was bedeutet, dass das Unternehmen für jegliche Komplikationen haftet. Wie der VKI zum STANDARD sagte, bedeutet das, dass das Risiko bei Diebstahl also weiterhin bei Amazon liegt und der Konzern Ersatz leisten muss.

Bei teureren Bestellungen kann der Verifizierungsprozess der Firma jedoch etwas länger andauern, was gerade bei Weihnachtsgeschenken unerfreulich werden könnte. Amazon selbst gibt an, dass "die meisten" Zustellungen problemlos erfolgen würden. Bei beschädigten oder verschwundenen Paketen sei der Kundenservice die Anlaufstelle. (red, 22.12.2018)