Die Rentier-Hirten fürchten, dass die Geräusche und der Anblick der Windkraftturbinen die Tiere verschrecken könnten.

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Oslo – Norwegen wird einen Windpark in einem Gebiet errichten, das von Rentier-Herden des Sami-Volkes genutzt wird, obwohl es einen Appell der Vereinten Nationen gibt, das Projekt zu unterbrechen und die Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung zu untersuchen.

Das Öl- und Energieministerium kündigte am Freitag an, die Entwicklung des 288 Megawatt-Windparks Storheia fortzusetzen. Die Anlage soll Teil von Europas größtem Windkraft-Projekt auf Land werden. Errichtet wird es vom Fosen Vind Konsortium. Die Gruppe steht im Eigentum von TroenderEnergi, Statkraft und Nordic Wind Power und baut in dem Projekt sechs Onshore-Windparks mit einer Gesamtkapazität von 1.057 Megawatt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Das UNO-Komitee zur Eliminierung rassistischer Diskriminierung hatte am 10. Dezember in einem Schreiben die norwegische Regierung ersucht, das Projekt zu stoppen, um die Folgen für die traditionellen Rentier-Hirten des Sami-Volkes zu untersuchen. Die Rentier-Hirten fürchten, dass die Geräusche und der Anblick der Windkraftturbinen die Tiere verschrecken könnten. Für die Samen (früher als Lappen bezeichnet) ist die Rentier-Wirtschaft nicht nur Existenzgrundlage, sondern auch großer Teil ihrer Identität und Kultur.

Die Projektgesellschaft Fosen Vind DA realisiert Europas größtes Onshore-Wind-Projekt in Zentralnorwegen. Die Windparks Harbaksfjellet, Roan, Storheia und Kvenndalsfjellet werden nördlich vom Trondheimsfjord liegen und eine installierte Leistung von ca. 750 MW haben. Die Windparks Geitfjellet und Hitra 2 werden südlich des Trondheimsfjord liegen und eine installierte Leistung von ca. 250 MW haben. Die Windparks werden auf der Fosen-Halbinsel, in Hitra und Snillfjord errichtet. (APA, 22.12.2018)