Der Vulkan Anak Krakatau brach überraschend aus.

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Der Tsunami zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java stellt die Ingenieure von Frühwarnsystemen vor neue Herausforderungen. Üblicherweise werden Flutwellen nach Seebeben vorausberechnet. Im aktuellen Fall gab es aber kein Beben, der Vulkan brach überraschend aus. Die Wasserverdrängung durch austretende Gase und Lawa muss gewaltig gewesen sein.

Generell wurden spätestens nach der Tsunamikatastrophe von 2004 im Indischen Ozean weltweit Frühwarnsysteme installiert. In Indonesien nahm im November 2008 das Tsunamifrühwarnsystem GITEWS den Betrieb auf, das vom Deutschen GeoforschungsZentrum Potsdam (GFZ) entwickelt wurde. Zuerst werden Ort, Tiefe und Stärke von Erdbeben erfasst. Dann wird mithilfe von Messpunkten an der Erdoberfläche und dem GPS-System bestimmt, ob und wie sich Landmassen verschoben haben. Außerdem werden an Messstellen an Küsten die Pegelstände genau erfasst. Die Daten gehen anschließend in ein Computersystem, das anhand von Modellen in weniger als fünf Minuten ein Lagebild erstellt.

Zu früh Entwarnung gegeben

Beim schweren Beben von Sulawesi vor drei Monaten hatte es Kritik gegeben, dass das System zu langsam sei. Doch laut GITEWS-Entwicklern habe es sich um menschliches Versagen gehandelt, die Tsunamiwarnung sei zu früh, schon nach 30 Minuten, aufgehoben worden. Das dürfe frühestens nach zwei Stunden erfolgen. Seit 2011 wird GITEWS von Indonesien allein betrieben.

Im Mittelmeer und Nordostatlantik gibt es ein ähnliches Warnsystem. Es wurde 2005 von der Ozeanographischen Kommission der Unesco initiiert.

Für den Pazifischen Ozean existiert schon seit 1968 ein Frühwarnsystem, das Herz des Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) befindet sich bei Honolulu auf Hawaii. Per E-Mail, Internet und SMS werden Warnungen an Behörden oder auch Privatpersonen verschickt. Viel Zeit bleibt selten: Tsunamis breiten sich mit bis zu 900 Kilometern pro Stunde aus. (simo, 23.12.2018)