470 Mann durchsuchten mit 70 Baggern und Fahrzeugen die Trümmer. Bisher sind vier Todesfälle bekannt.

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Moskau – Nach der Gasexplosion in einem Wohnhaus der russischen Stadt Magnitogorsk hat ein Großaufgebot an Rettern in den Trümmern nach Vermissten gesucht. Zehn Menschen seien verletzt gerettet worden. Weitere 16 hätten die Ruine unverletzt verlassen.

Trotzdem blieb das Schicksal Dutzender Bewohner des großen Plattenbaus offen. Der Vizegouverneur des Gebiets Tscheljabinsk, Oleg Klimow, nannte eine Zahl von 79 Bewohnern, wie die Agentur Interfax meldete.

Putin will Opfer treffen

Putin traf in Magnitogorsk mit dem Rettungsstab zusammen und besuchte Verletzte im Krankenhaus. Ein 13-jähriger Bub berichtete dem Kremlchef, er habe länger als eine Stunde unter den Trümmern festgesteckt, bis er gerettet worden sei. "Ich bin so schnell zu euch aufgebrochen, dass ich gar nichts mitgebracht habe", sagte Putin. Er versprach dem Buben aber für später ein Geschenk, wie die Agentur Interfax meldete.

Am Unglücksort bemühten sich 470 Mann mit 70 Baggern und Fahrzeugen, die Trümmer zu durchsuchen. Strenger Frost von minus 17 Grad erschwere die Arbeit, sagte ein Behördenvertreter.

Offiziell 110 Bewohner in den Wohnungen

Die Gasexplosion hatte sich gegen 4.00 Uhr Ortszeit (0.00 Uhr MEZ) ereignet. In dem riesigen Wohnhaus stürzte einer von zwölf Aufgängen in sich zusammen. Vizegouverneur Klimow sagte, in 48 zerstörten Wohnungen seien offiziell 110 Menschen gemeldet gewesen. Vier Hausbewohner wurden im Lauf des Montags tot geborgen. Später wurden drei weitere Leichen in den Trümmern entdeckt. "Wir können sie aber nicht herausholen", sagte Zivilschutzminister Jewgeni Sinitschew im russischen Fernsehen. Er schätzte, dass die Räumarbeiten weitere zwei Tage dauern werden. Am Abend (Ortszeit) teilte der Gouverneur des sibirischen Gebiets Tscheljabinsk, Boris Dubrowski, mit, noch immer sei das Schicksal von mehr als 35 Menschen unklar. Dazu zählten leider auch sieben Kinder.

In russischen Wohnhäusern kommt es immer wieder zu Gasexplosionen. Magnitogorsk gilt wegen seiner Stahlindustrie und Metallurgie zudem als eine der am stärksten verschmutzten Städte weltweit. (APA/dpa)