Alan Arkin, links, und Michael Douglas, rechts.

Foto: Mike Yarish/Netflix via AP

Jahreswechsel. Man rekapituliert das Gewesene. Es war durchwachsen. Aber dann schaut man auch nach vorn – und zwar optimistisch, bitte schön! Das machen auch Sandy und Norman, das Protagonistenduo in The Kominsky Method. Endlich gibt Michael Douglas nicht den herzlosen Börsenspekulanten, den coolen Cop oder den unberechenbaren Amokläufer, sondern einen liebenswürdigen Schauspieler, der früher recht berühmt war, aber nie den großen Durchbruch schaffte.

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Sandy Kominsky hält sich daher mit einer Schauspielschule über Wasser und wartet. Wartet, dass ihm sein Agent Norman Newlander (Alan Arkin) eine Rolle verschafft. Und das kann dauern, denn auch dieser ist nicht mehr ganz so dick im Geschäft wie früher.

Und wie das so ist bei der Generation 75 plus: Krankheit und Tod sind schon längst ständige Begleiter des Lebens. Sandy versucht das zu ignorieren – und scheitert auf charmante Weise. Für Norman hingegen ist es völlig normal, mit seiner verstorbenen Frau zu reden: Bloß weil sie nicht mehr da ist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht mehr da ist, klar?

Drehbuchautor Chuck Lorre, der schon für The Big Bang Theory, Two and a Half Men, Dharma & Greg undsoweiterundsofort verantwortlich war, beweist mit diesem Serien-Kleinod, dass das Leben sehr viel Freude machen kann, auch wenn die eigene Zukunft nicht mehr ganz so lang dauern dürfte wie die Vergangenheit.

Fantastisch ist auch das Ensemble, neben Douglas sorgt vor allem der großartige Arkin (Oscar 2007 für den Opa in Little Miss Sunshine) für Momente berührender Heiterkeit. Lisa Edelstein, Jay Leno, Danny DeVito und Elliot Gould helfen mit. Empfehlung für 2019!(Gianluca Wallisch, 2.1.2019)