Das Ausgangsbeispiel stammt von Armin Grundwald, der sich mit Technologiefolgenschätzung beschäftigt (sein Buch "Der unterlegene Mensch" sei an dieser Stelle empfohlen) – wenn ein selbstfahrendes Auto einen verletzten Menschen auf der Straße liegen sieht, dann wird es diesem Hindernis so auszuweichen, dass es dem Verletzten und sich selbst keinen (weiteren) Schaden zufügt. Wohingegen sich ein Passant sich zuvorderst um den Verletzten kümmert. Das liegt in der Natur des Menschen und das zeichnet ihn auch aus. Denken wird das Beispiel aber einen Schritt weiter. Wenn der eine oder auch mehrere Passanten – bewusst oder unbewusst – erlebt, dass ein Verletzter auf der Straße liegt und ihn die (autonomen) Verkehrsteilnehmer einfach liegen lassen, dann wird er das sehr schnell als die neue Normalität erfassen. Schließlich ist der Mensch ein Herdentier und folgt oft blind dem, was die anderen tun, auch wenn es für ihn selbst keinen Sinn macht. Oftmals macht er sich auch keine Gedanken für die Sinnhaftigkeit dessen, was die anderen tun. Und so wird die Roboter-(Nicht-)Ethik zu neuen Normalität. Es ist gut und richtig, wenn mit dem neuen Jahr neue Gesetzt für selbstfahrende Autos in Kraft treten. Genauso wichtig ist es allerdings, die Gesellschaft auf die damit verbundenen Herausforderungen zeitgerecht vorzubereiten. (Markus A. Gaßner, 2.1.2019)

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