Das Franc-Mausoleum im "Valle de los Caidos".

Foto: REUTERS/Susana Vera

Madrid – Neue Wende im Streit um die Gebeine von Francisco Franco (1892–1975): Santiago Cantera, Prior der für die Verwaltung der franquistischen Gedenkstätte "Valle de los Caidos" zuständigen Benediktinerabtei, wehrt sich nun offiziell gegen die geplante Exhumierung des spanischen Diktators.

Er werde der Regierung den Zugang zu dem Gelände nicht erlauben, schrieb der Geistliche laut Kathpress einem Bericht der Tageszeitung "El Pais" (Donnerstag) zufolge in einer entsprechenden Mitteilung.

Im "Tal der Gefallenen" in der Sierra de Guadarrama befindet sich die architektonisch eindrucksvolle Basilika mit Francos Grab. Die sozialistische Regierung in Madrid setzt sich seit Monaten – gegen den Willen der Angehörigen – für eine Umbettung des "Caudillo" ein. Seine Gebeine sollen nach dem Willen der Sozialisten an einen schlichteren Ort verbracht werden. Zahlreiche rechtliche Hürden erschweren jedoch das Vorhaben. Zudem gibt es erhebliche Widerstände in der spanischen Bevölkerung.

Franco-Familie lehnt Exhumierung ab

Benediktiner-Prior Santiago Cantera verweist in seinem Brief ebenfalls auf die fehlende Zustimmung der Franco-Familie. In einer ersten Reaktion kritisierte die Regierung am Donnerstag die Entscheidung des Ordensmannes und warf ihm eine "ideologische" Haltung sowie politische Nähe zum spanischen Nationalismus vor. Canteras Blockadetaktik werde jedoch nicht aufgehen. Die Regierung halte an ihrem Plan fest.

Die Gedenkstätte "Valle de los Caidos" mit dem mehr als 150 Meter hohen frei stehenden Steinkreuz und einer riesigen in den Fels gehauenen Kirche hatte Franco noch zu Lebzeiten errichten lassen. Mit dem gewaltigen Monument wollte er die "für Gott und Spanien" Gefallenen des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) beerdigen und ehren. In einer Gruft befinden sich die sterblichen Überreste zehntausender Soldaten. Viele von ihnen wurden anonym bestattet. Doch längst nicht alle waren Franco-Anhänger. Unter den Toten sind auch tausende republikanische Kriegsopfer. Viele ihrer Hinterbliebenen empfinden dies bis heute als Demütigung. (APA, 3.1.2019)