Sänger R. Kelly steht unter Druck.

Foto: AP Photo/John Bazemore

New York – Er zählt zu den kommerziell erfolgreichsten Musikern unserer Tage, Songs wie I Believe I Can Fly machten R. Kelly berühmt. Jetzt landet der Sänger und Produzent hart am Boden. Schon länger werden Missbrauchsvorwürfe erhoben, Kelly wurde festgenommen, aber vor Gericht wieder freigesprochen. Er soll mutmaßlichen Opfern Schweigegeld geboten haben.

Die Dokuserie Surviving R. Kelly bringt den 51-Jährigen nun stark unter Druck. So geballt wurden Vorwürfe noch nicht vorgebracht: In sechs einstündigen Folgen lässt der US-Sender Lifetime seit vergangener Woche Frauen vor der Kamera zu Wort kommen.

Lifetime

Sie berichten, wie Kelly sie als Jugendliche angeblich missbrauchte, sexuell nötigte oder ihr Leben kontrollierte. In einem selbstgedrehten Video uriniert Kelly angeblich auf ein minderjähriges Mädchen. "Es kümmerte niemanden, weil wir schwarze Mädchen waren", sagt die Autorin Mikki Kendall. Auch Kellys Ex-Frau tritt auf. Die Vorwürfe reichen bis in die 1990er zurück, als Kellys Karriere begann.

Song gegen Vorwürfe

Bisher hat Kelly die Vorwürfe abgestritten. In dem Song "I Admit" hatte er im Juli vergangenen Jahres von einer "verdammt großen Verschwörung" gegen sich gesprochen.

Ein Auszug aus dem Text: "Ich gebe zu, ich bin nicht perfekt / Ich habe nie gesagt, dass ich perfekt bin / Zu sagen, ich missbrauche diese Frauen / Verdammt, das ist absurder Scheiß." Weiters singt Kelly: "Sie einer Gehirnwäsche unterzogen, wirklich? / Sie gekidnappt, wirklich? / Sie können nicht essen, wirklich? / Ehrlich gesagt, das klingt lächerlich."

Auf die Vorwürfe, er habe Frauen als Dienerinnen gefangen gehalten und emotional missbraucht, antwortete er: "Was ist die Definition eines Kults? / Was ist die Definition eines Sexsklaven? / Schlag es im Wörterbuch nach / Lass es mich wissen, ich warte hier."

Ihm vorgeworfene Beziehungen mit Minderjährigen kommentierte er in dem Song auch: "Zugestanden, ich mache mit allen Ladys rum / Sowohl älteren als auch jüngeren Ladys / Aber es deshalb pädophil zu nennen / Das ist verrückt."

Musikerkollegen treten in der Doku kaum auf. Sänger John Legend schon. Er richtete danach auf Twitter eine Botschaft an "alle, die mir sagen, wie couragiert ich deshalb bin", und nannte Kelly einen "Serien-Kinderschänder". Er habe "so vielen Menschen so viel Leid zugefügt". (APA, red, 8.1.2019)