Schneemassen machen momentan nicht nur Einheimischen und Gästen in Obertauern zu schaffen.

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Ein Toppen des Rekordergebnisses aus dem vorigen Winter schien für die Touristiker eine ausgemachte Sache, zumal heuer mit wenigen Urlaubstagen über Weihnachten eine lange Auszeit genommen werden konnte. Gäste aus dem In- und Ausland taten das auch. Dann kam der Schnee, mancherorts viel zu viel.

"Bei den kurzfristigen Buchungsanfragen haben wir derzeit ein Minus von 50 Prozent. Das macht schon etwas aus, vor allem bei den Nächtigungen an Wochenenden", sagte die Obfrau des Fachverbands Tourismus, Petra Nocker-Schwarzenbacher.

Auch Bergbahnen und Hüttenwirte seien stark betroffen, zumal Lifte in betroffenen Regionen teilweise oder ganz gesperrt waren und dies zum Teil noch sind. Nocker-Schwarzenbacher schätzt die Umsatzeinbußen auf rund 20 Prozent. Dieser Einbruch sei bis Saisonende schwer aufzuholen.

Hoteliers in Obertauern berichteten, dass Gäste, die im Ort eingeschlossen waren, dies als "Jahrhundertereignis" werteten. Die Stimmung sei gut. Allerdings habe es auch Stornierungen gegeben, weil Gäste entweder nicht zu ihrem Bestimmungsort kamen oder ihnen die Lage zu gefährlich erschien. "Wer konnte, hat den Urlaub auf März verschoben, andere auf kommendes Jahr", sagte Nocker-Schwarzenbacher.

Späte Ostern ein Problem

Vor Beginn der bis April gehenden Wintersaison hielt man in der Branche ein Nächtigungsplus von zwei Prozent für möglich. "Wenn wir gleich abschneiden wie im Vorjahr, können wir schon recht zufrieden sein", sagt die Tourismusobfrau jetzt. In der Wintersaison 2017/18 wurden erstmals mehr als 70 Millionen Übernachtungen in Österreich gezählt.

Jedenfalls schwierig werde der heurige Winter aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Das liege daran, dass Ostern sehr spät sei (21. April) und nach dem Sonnenskilauf im März mit voller Belegschaft mehrere schwache Wochen zu überbrücken sind. Viele Hotels würden deshalb wohl Ende März schon schließen, auch wenn man dann noch gut Ski fahren könne.

Die Urlaubslust der Österreicher jedenfalls scheint ungebrochen. Darauf deuten eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Market und das Ruefa-Urlaubsbarometer hin.

Urlaubsstimmung

Market hat für den Fachverband Tourismus zwischen 28. November und 11. Dezember 504 repräsentativ ausgewählten Personen über 16 Jahren Onlinefragen gestellt. Rund ein Drittel hat demnach einen Winterurlaub geplant, etwa gleich viel wie im Vorjahr.

Österreich wird von den Befragten laut Market-Chef David Pfarrhofer als "durchwegs attraktiv für Touristen im Winter" eingeschätzt. Etwa 70 Prozent gehen von einer sehr hohen Attraktivität aus, vor allem Personen im Westen Österreichs. Hoteliers, die separat befragt wurden, waren im Fünfjahresvergleich hinsichtlich der Entwicklung des Tourismusstandorts Österreich ebenfalls positiv gestimmt.

1.500 Online-Interviews sind in das Ruefa-Urlaubsbarometer eingeflossen. 81 Prozent wollen demnach 2019 in Europa bzw. im näheren Ausland urlauben. Immer mehr buchen immer früher. (Günther Strobl, 10.1.2019)