Es ist schon ein Kreuz mit den neuen Technologien und den Politikern. Diese Woche hat der deutsche Innenminister Horst Seehofer kundgetan, dass er schon seit den 1980ern im Internet surft. Seitdem fragt sich die interessierte Öffentlichkeit, in welchem Paralleluniversum es damals schon ein Internet gegeben hat. Japans Minister für Cybersecurity Yoshitaka Sakurada hat das Parlament jüngst wissen lassen, dass er in seinem Leben noch nie einen Computer benutzt hat. Das ist wenigstens eine ehrliche Ansage, die jedoch impliziert, dass er einen rein theoretischen Zugang zu seinem Fach hat. Ähnlich schwer tut sich  Donald Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort. Der hatte den Medien in Zusammenhang mit den Untersuchungen zu den Russland Connections des jetzigen US-Präsidenten ein teilweise geschwärztes PDF-Dokument zukommen lassen, das diese leicht dechiffrieren konnten 

The Daily Show with Trevor Noah

Dadurch kamen wiederum pikante Details zu den Ukraine-Verstrickungen von Trumps Wahlkampfteam ans Tageslicht. Alle drei angeführten Personen entstammen einer Generation, die ohne Internet und Smartphone und daher eher technikfern aufgewachsen ist, wie die Generationen nach ihnen. Deshalb könnten sie sich Rat von Jüngeren holen. Aber die nutzen die neuen Technologien in ihrem eigenen Sinn. So wie der zwanzigjährige Schüler, der mit Datenklau und begleitender Veröffentlichung im Internet den eingangs genannten deutschen Innenminister Seehofer bloßstellte. (Markus A. Gaßner, 10.1.2019)