Die Telekombehörde RTR stellt die Versorgung des ländlichen Raums mit schnellem 5G-Mobilfunk in Frage, da die finanziellen Mittel nun einmal begrenzt sind. Sicher macht es Sinn, primär dort zu investieren, wo mehr Menschen profitieren, also in den Ballungsgebieten. Aber das hieße zugleich, dass man die Randgebiete noch ein Stück weit von zeitgemäßer Infrastruktur abschneidet. Das Argument, dass die Möglichkeit zur digitalen Heimarbeit auch bisher der Landflucht nicht entgegenwirkt, greift zu kurz. Erst superschnelles Internet (Glasfaser für Festnetz und 5G für Mobilfunk) ermöglicht Videokonferenzen ohne Ruckler und Zeitverzögerung. Ja, man kann den ländlichen Raum gern internetmäßig abschreiben. Das wird eine (auch) Entscheidung sein, die uns zeigen wird, wie viel der Österreicher in der Österreicher mehr wert ist als jener am Land. Dann ziehen eben noch mehr junge Menschen vom Land in die Stadt. Irgendwann leben nur noch Alte und Aussteiger am Land. Die touristische Infrastruktur wird man schon irgendwie aufrechterhalten. Und es werden sich auch genug Arbeitskräfte aus dem Ausland finden, die in einer infrastrukturell vernachlässigten Region arbeiten wollen. Aber es wird halt auch der zahlende Gast aus dem Ausland zu Hause vom schlechten Internetempfang in Österreich berichten. Und es fragt sich, ob er den nächsten Urlaub dann auch noch in Österreich verbringen will. Wie heißt es so schön? Geht´s der Wirtschaft gut, dann geht´s den Menschen gut. Das wird dann allerdings fürs Land nicht mehr gelten. (Markus A. Gaßner, 13.1.2019)

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