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Mit einem Master in Business-Administration die nötigen Tools für den Führungsalltag bekommen.

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"Führungskräfte müssen lernen mit Unplanbarem umgehen zu können, ohne gleich die Nerven wegzuwerfen", sagt Barbara Stöttinger, Rektorin der WU Executive Academy. Ein MBA sei dafür noch immer eine gute Ausbildung. Vielmehr noch, für Stöttinger passe diese Ausbildung auch sehr gut in die Zeit, weil in diesen Studienprogrammen versucht werde, relevante Trends herauszufinden und weniger Relevantes beiseitezuschieben.

Bei den Trends, an denen künftig keine Business-School vorbeikommen wird, nennt die britische Uni-Ranking-Plattform QS künstliche Intelligenz (KI), Data-Science, Blockchain und Disruption. Für Stöttinger habe sich aber durch diese neuen Technologien und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nichts an den Erwartungen an Führungskräfte geändert. Als Führungskraft brauche man einen Überblick über viele Bereiche, und man sollte natürlich die Technik hinter den aktuellen Trends verstehen, denn nur so könne man das Potenzial für das eigene Unternehmen erkennen, aber der Anspruch bleibe der gleiche.

An der Limak Business School sind vor allem Programme, die das Thema Digitalisierung im Fokus haben, stärker nachgefragt. Und das Thema werde auch weiterhin den Takt vorgeben, ist man an der Limak überzeugt.

Data-Science und KI werde die Wirtschaft und damit auch die Führungskräfte noch länger beschäftigen, ist auch Stöttinger überzeugt. "Da sind wir noch ganz am Anfang", sagt sie.

Individualisierte Angebote

Individuelles Lernen wird auch an den Business-Schools immer wichtiger. An der Limak startet beispielsweise im Februar der Onlinekurs "Digital Business Modelling" zum zweiten Mal. Auch an der WU Executive Academy werde an individualisierteren Studienmöglichkeiten gearbeitet. KI werde dabei eine wichtige Rolle spielen, ergänzt Stöttinger. Dennoch werden sich MBA-Programme, die zur Gänze auf E-Learning basieren, nicht durchsetzen. Das Netzwerk sei ein wesentliches Asset der Programme, und dafür brauche es den persönlichen Kontakt.

Am Hernstein-Institut werden seit 50 Jahren Führungskräfte weitergebildet. Blended-Learning-Elemente sind dort vor allem bei kürzeren Weiterbildungen gefragt, bei längeren Entwicklungsprogrammen werde die Gruppe vor allem als Lernchance gesehen. Themen, die verstärkt nachgefragt werden, seien alles zum Bereich "Führen abseits klassischer Hierarchien" sowie der Umgang mit Emotionen im Business. Darüber hinaus werden Potenzialanalysen stärker nachgefragt. Und danach passende Weiterentwicklungsmaßnahmen definiert.

An der Limak halte der Trend zu spezialisierten Programmen, die auf einem General-Management-Teil aufbauen, weiter an. Auch Stöttinger geht davon aus, dass spezielle MBA-Programme zunehmen werden. (Gudrun Ostermann, 24.1.2019)