ÖVP und FPÖ wollen sich das Direktorium der Nationalbank aufteilen: beide Koalitionsparteien sollen je zwei Mitglieder nominieren.

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Wien – Der frühere Nationalbank-Präsident Claus Raidl hält einen der beiden FPÖ-Kandidaten für das Direktorium der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) für völlig ungeeignet, wie er im "Profil" erklärt. Die fachliche Qualifikation des Wiener Landespolitikers Eduard Schock weiche "eklatant von den Ausschreibungsbedingungen" ab.

Für den Nationalbank-Job gefordert wird etwa Erfahrung im Bereich Währungs- und Finanzmarktpolitik, langjährige Managementerfahrung, ausgezeichnete Englischkenntnisse sowie die Fähigkeit zur Mitwirkung in nationalen und internationalen Gremien. Schock hat Jus und Wirtschaft studiert, saß im Gemeinderat, war bis 2006 Bankangestellter und danach blauer Klubobmann in Wien. "Wenn Schock ins Direktorium einzieht, wird das von der Öffentlichkeit als rein parteipolitische Entscheidung gesehen werden, und die FPÖ macht genau das, was sie früher zu Recht immer kritisiert hat", so Raidl.

Der aktuell nicht amtsführende Stadtrat der FPÖ ist Mitglied der schlagenden Burschenschaft Aldania. Den zweiten blauen Kandidaten, Robert Holzmann, wertet Raidl als eine "sehr gute Entscheidung für die OeNB". Holzmann soll Gouverneur werden. Der Generalrat schlägt der Regierung am 29.1. seine Kandidaten vor. (red, 19.1.2019)