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Melbourne – Novak Djokovic hatte am Samstag in der dritten Runde der mit 39,14 Mio. Euro dotierten Australian Open erstmals etwas Probleme, zog aber nach seinem ersten Satzverlust im Turnierverlauf ins Achtelfinale ein. Der 31-jährige Serbe besiegte Kanadas Jungstar Denis Shapovalov mit 6:3, 6:4, 4:6, 6:0 und sicherte sich damit unabhängig vom Ausgang des ersten Majors den Verbleib auf Platz 1 im Tennis-Ranking.

Im Kampf um das Viertelfinale trifft Djokovic, der in Melbourne seinen siebenten Titel holen möchte, am Montag auf den als Nummer 15 gesetzten Russen Daniil Medwedew. Letzterer besiegte David Goffin (BEL-21) in drei Sätzen. Ebenfalls in drei Sätzen weitergekommen ist Wien-Finalist Kei Nishikori, der beim 7:6(6), 6:1, 6:2 über Joao Sousa (POR) nur im ersten Satz Mühe hatte. Der als Nummer 8 gesetzte Japaner trifft nun auf den Spanier Pablo Carreno Busta. Dieser eliminierte Fabio Fognini (ITA-12) in vier Sätzen.

Für Djokovic hätte auch das dritte Match beim "Happy Slam" in diesem Jahr glatter verlaufen können. Im dritten Satz führte der 14-fache Major-Sieger auch schon mit 4:1, als sich der "Djoker" über eingeschaltete Scheinwerfer echauffierte. Shapovalov nutzte das Konzentrationsloch seines Gegners und machte fünf Games en suite. "Ich dachte, dass es keinen Sinn gemacht hat, die Lichter um 17 Uhr einzuschalten, wenn wir noch vier Stunden Tageslicht haben", meinte Djokovic noch auf dem Court. "Habt ihr Leute die Bälle noch gut gesehen?", fragte der Serbe das Publikum, das mit einem "Ja" im Chor antwortete. "Ich auch", erwiderte er.

Alexander Zverev hat sich locker für das Achtelfinale qualifiziert. Der 21-jährige Deutsche, aktuell Nummer vier im ATP-Ranking, zeigte sich gegen den Lokalmatador Alex Bolt spielerisch bärenstark und gewann sicher 6:3, 6:3, 6:2. Der ATP-Finals-Champion von London hat nun auch auf Hartplatz bei einem Major die zweite Woche erreicht. Nun trifft er auf den wieder erstarkten Superaufschläger Milos Raonic aus Kanada. "Es ist ein Achtelfinale. Natürlich ist es nicht einfach jetzt gegen Milos, aber ich möchte trotzdem weiterkommen", will sich Zverev, dessen bisher bestes Major-Abschneiden das French-Open-Viertelfinale 2018 ist, nicht mit dem bisher Erreichten begnügen. "Es wird nicht viele lange Ballwechsel geben", prophezeite Zverev, der gegen Raonic eine 1:1-Bilanz hat.

Die Achtelfinali komplett gemacht haben am späten australischen Sommerabend Lucas Pouille bzw. Karolina Pliskova. Der Franzose eliminierte den Australier Alexei Popyrin, der in der Runde davor beim Stand von 7:5, 6:4, 2:0 von der Aufgabe von Dominic Thiem profitiert hatte, mühevoll um 0:34 Uhr Ortszeit nach 3:43 Stunden mit 7:6(3), 6:4, 6:7(10), 4:6, 6:3. Die Partie hätte auch 3:0-Sätze enden können, hatte Pouille im Tiebreak des dritten Durchgangs doch zwei Matchbälle nicht verwerten können. Er sorgte damit für den einzigen französischen Beitrag im Herren-Achtelfinale und trifft nun auf den jungen Kroaten Borna Coric, der erstmals "down under" die zweite Woche erreichte. Pliskova musste gegen Camilla Giorgi (ITA-27) über drei Sätze, ehe sie das Viertrunden-Duell mit Ex-Wimbledonsiegerin Garbine Muguruza fixiert hatte.

Auch der Superstar bei den Damen, Serena Williams, steht bereits im Achtelfinale. Die 23-fache Grand-Slam-Triumphatorin, die in bester Form scheint, um den Allzeit-Rekord von Margaret Court (24 Titel) ausgerechnet in Australien zu egalisieren, ließ der erst 18-jährigen Ukrainerin Dajana Jastremska beim 6:2,6:1 keine Chance. Am Ende zeigte die 37-jährige US-Amerikanerin aber Mitgefühl mit der weinend ans Netz kommenden Teenagerin: "Du hast so toll gespielt. Weine nicht", sagte sie zu Jastremska. Williams trifft nun auf die Weltranglisten-Erste Simona Halep. Die Rumänin ließ Williams' Schwester Venus beim 6:2, 6:3 keine Chance. Gegen die jüngere Schwester Serena wird sie es im Achtelfinal-Hit am Montag allerdings weit schwerer haben. Williams führt zudem im Head-to-Head mit der Vorjahresfinalistin mit 8:1.

Weitergekommen sind u.a. auch die Nummern vier und sechs des Damen-Turniers: US-Open-Siegerin Naomi Osaka aus Japan musste gegen die Tawanesin Hsieh Su-wei beim 5:7, 6:4, 6:1 ebenso über drei Sätze gehen wie Elina Switolina. Die Ukrainerin besiegte Zhang Shuai (CHN) 4:6, 6:4, 7:5.

Ein etwas kurioses Video, das zeigt, dass auch ein Roger Federer aufzuhalten ist, kursierte am Samstag in den Sozialen Netzwerken: Federer wollte ohne seine Akkreditierung in die Garderobe, doch der Sicherheitsmann ließ eines der bekanntesten Gesichter der Welt nicht passieren. Federer wartete geduldig bis der Rest seiner Entourage hinter ihm kam, die dann die Zugangsberechtigung des Schweizers parat hatte. Der Schweizer spielt am Sonntag im mit Spannung erwarteten Achtelfinale gegen den griechischen Jungstar Stefanos Tsitsipas. (APA, 19.1.2019)