So stark.

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Ja, wirklich stark.

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Tsitsipas wurden die Grenzen aufgezeigt.

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Melbourne – Es ist sein erstes Turnier seit der verletzungsbedingten Aufgabe im US-Open-Halbfinale vor über vier Monaten. Doch Rafael Nadal feiert bei den Australian Open ein bärenstarkes Comeback. Der 32-jährige Spanier ließ am Donnerstag im Halbfinale auch Griechenlands 12 Jahre jüngerem Aufsteiger Stefanos Tsitsipas keine Chance. Er zog nach einem 6:2, 6:4, 6:0 in 106 Minuten in sein 25. Major-Endspiel ein.

Tsitsipas hatte beim Sensationssieg über Titelverteidiger Roger Federer im Achtelfinale groß aufgespielt und das auch mit einem Viersatzerfolg über Roberto Bautista Agut bestätigt. Doch im ersten Grand-Slam-Halbfinale eines Griechen überhaupt endete der Lauf des 20-Jährigen. Nadal zog in sein fünftes Endspiel bei den Australian Open ein und spielt am Sonntag um seinen 18. Major-Titel. Sein Gegner wird am Freitag (9.30 Uhr MEZ, live Servus TV, Eurosport) zwischen Novak Djokovic und Lucas Pouille ermittelt.

"Es fühlt sich gut an"

Nadal könnte die Lücke zum Allzeitleader Federer, der vor Jahresfrist seinen 20. Grand-Slam-Triumph gefeiert hatte, verringern. Seinen bisher letzten Major-Pokal hatte der Mallorquiner 2018 mit einem Finalsieg über Dominic Thiem bei den French Open gewonnen.

"Vor ein paar Wochen musste ich in Brisbane absagen. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass ich hier ins Finale komme", stellte Nadal im Court-Interview mit John McEnroe fest. "Es fühlt sich richtig gut an, so in die Saison zu starten." Nadals Auftritte waren auch ein Statement im immer wieder bemühten Kampf der Generationen: Nach Alex de Minaur (AUS) und Frances Tiafoe (USA) hat er auch die aktuell heißeste Aktie der Next Generation bezwungen.

Nadal übernahm von Beginn weg das Kommando in der Rod Laver Arena: Mit Breaks zum 2:1 bzw. 5:2 hatte der Weltranglisten-Zweite den Griechen schnell im Griff. Nach einem weiteren Break zum 5:4 im zweiten Durchgang stellte er nach nur 75 Minuten schon die 2:0-Satzführung her. Je länger das Match dauerte, umso besser agierte Nadal. Nach zwei weiteren Breaks zum 3:0 verließ wohl auch die letzten Daumendrücker für Tsitsipas die Hoffnung.

Das Schöne

Nadal lieferte im Anschluss keine großen Kampfansagen an die junge Generation "Die brauchen keine Nachricht. Sie sind gut, sie verbessern sich jedes Monat. Das ist das Schöne an dem Sport, dass wir uns messen können."

Tsitsipas war war freilich zerknirscht. "Ich versuche nur gerade zu verstehen, wie es Federer gelungen ist, Nadal so oft zu schlagen. Ich möchte nicht zehnmal gegen ihn verlieren", sagte der Grieche später.

Auf die Wachablöse, die nach dem angekündigten Karriere-Ende von Andy Murray sowie Tsitsipas' Sieg über Federer schon von vielen gesehen wurde, wird man aber noch warten müssen. Spielt Nadals Körper weiter mit, kann er auch Federers Major-Rekord noch überbieten. In Melbourne wäre alles andere als ein Finale Nadal – Djokovic eine Sensation.

Favorit

Djokovic ist gegen den 24-jährigen Pouille klarer Favorit, dennoch darf ein weniger klares Ergebnis erwartet werden. Nadal hat die Australian Open übrigens bisher "erst" einmal gewonnen (2009), Djokovic sechs Mal. Sollte Nadal den Titel holen, wäre er der erste Mann in der Profi-Ära bzw. erst der dritte der Geschichte (nach Rod Laver und Roy Emerson), der jedes Grand-Slam-Turnier zumindest zweimal gewonnen hat. (APA, red, 24.1.2019)