Am Strand von Adelaide kletterten die Temperaturen am Donnerstag auf 46,6 Grad Celsius.

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Adelaide – So heiß war es in mindestens 80 Jahren an 17 Orten in Australien nicht: Die extreme Hitzewelle, die den südlichen Teil des Kontinents im Moment erfasst hat, brachte Temperaturen von 46,6 Grad Celsius in der Stadt Adelaide. Das ist gleichzeitig die höchste gemessene Temperatur in einer Bundesstaatenhauptstadt des Landes – seit Beginn der Aufzeichnungen vor eben 80 Jahren. 300 Kilometer weiter nordöstlich stieg die Hitze sogar auf 49,5 Grad Celsius.

Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass vor allem ältere Menschen, Schwangere und Kleinkinder sowie Babys Gefahr laufen, körperliche Schäden davonzutragen. Allgemein werden Hitzewellen in Australien auch als "stille Mörder" bezeichnet, ist auf der Seite der nationalen Meteorologiebehörde zu lesen. Der Grund dafür: In den vergangenen 200 Jahren haben extreme Hitzewellen für mehr Todesopfer gesorgt als jede andere Naturkatastrophe. Im Jahr 2009 starben etwa 173 Menschen durch Buschfeuer – 374 Australier verloren ihr Leben aber durch die Hitzewelle, die den Feuern vorangegangen war.

Auch diesmal wird befürchtet, dass die Hitze Buschbrände begünstigt. Mehr als 200 Feuer loderten Donnerstagnachmittag im Südosten. Die Behörden verhängten Verbote, öffentliche Feuer zu entfachen. "Die Gemeinden sind in Gefahr, unsere Feuerwehrleute sind in Gefahr, alle Einsatzkräfte sind in Gefahr", sagte die Kommandantin der Feuerwehren in Südaustralien, Yvette Dowling, zu Medien.

Abschuss von Kamelen und Pferden

Doch nicht nur Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet: Die Behörden erschossen im Westen des Landes rund 2500 Wildkamele, die zu verdursten drohten. Zuvor waren unter anderem 40 tote Wildpferde an einem ausgetrockneten Wasserloch gefunden worden. Mehr als 50 weitere Pferde wurden daraufhin aus der Luft getötet. Prinzipiell versuchen die Behörden, eine Genehmigung der traditionellen Besitzer der Gebiete zu erhalten, bevor sie solche Abschüsse aus der Luft durchführen. "In Notsituationen werden wir aber weiterhin ohne Einigung vorgehen", sagte David Ross, Direktor des Central Land Council, das die Indigenen eines Teils des Northern Territory vertritt.

Zu Beginn des Jahres hatten australische Behörden bestätigt, dass 2018 und 2017 die dritt- und viertheißesten Jahre seit Beginn der Messaufzeichnungen waren. Im offiziellen "Bericht zur Lage des Klimas 2018" wurde festgestellt, dass der Klimawandel zu einem Anstieg von extremen Hitzeereignissen geführt habe. (bbl, 24.1.2019)