7. Kaunas, Litauen

Kaunas ist die zweitgrößte Stadt Litauens und liegt direkt am Zusammenfluss von Neris und Memel. In diesem Vergleich der schneereichsten Städte Europas bildet Kaunas mit "nur" 13 Schneetagen pro Monat das Schlusslicht.

Was kann man in Kaunas an einem Wochenende so machen?

Nach einem herzhaften litauischen Frühstück beginnt der erste Tag mit einem Besuch der mittelalterlichen Burg Kaunas. Sie wurde im 14. Jahrhundert am Zusammenfluss von Neris und Memel auf einem Hügel erbaut. Im Schnee verzaubert sie mit ihren orangeroten Steinen, die insbesondere im Morgenlicht ein atemberaubendes Farbenspiel bilden. Die Burg ist für Touristen offen und im Turm befindet sich eine Kunstgalerie.

Im Anschluss an die Besichtigung gilt es, neue Kraft zu tanken. Eine lokale Spezialität, "Cepelinai", eine große Kartoffelkugel, die mit Hackfleisch gefüllt ist und mit einer Sauerrahmsoße mit Zwiebeln und Speck serviert wird, ist dafür genau richtig.

Am Nachmittag lockt die Standseilbahn Aleksotas, eine der ältesten Standseilbahnen der Welt, die noch in Betrieb ist. Die Wagen stammen aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg. Sie bieten eine gute Aussicht auf die Stadt.

Am zweiten Tag ist Shoppen in der längsten Fußgängerzone Osteuropas, Laisvės Alėja angesagt. Die von Bäumen und Cafés gesäumte Straße führt durch die Altstadt, in der sich die Kathedrale St. Peter und Paul, Litauens größte gotische Kirche, befindet, deren Innengestaltung definitiv einen Blick wert ist.

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6. Kiew, Ukraine

Die ukrainische Hauptstadt am Ufer des Flusses Dnjepr ist ein architektonisches Juwel, das unter einer weißen Schneedecke regelrecht erstrahlt. Mit durchschnittlich 13 Schneetagen pro Monat von Dezember bis März erreicht diese Stadt Platz 6. Praktisch: Um Kiew zu besuchen, muss nicht tief in die Tasche gegriffen werden, denn die Stadt ist ein preiswertes Reiseziel.

Ein Wochenende in Kiew, könnte zum Beispiel so aussehen:

Kiew im Schnee sollte im Zuge eines ausgiebigen Winterspaziergangs entdeckt werden. Zu den wichtigsten historischen Denkmälern der Stadt gehört das Kiewer Höhlenkloster, Pechersk Lavra das älteste orthodoxe Kloster Kiews, das seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Es beeindruckt mit seinen eleganten goldenen Kuppeln und seiner imposanten orientalisch anmutenden Schönheit. Ein weiteres Muss ist die Sophienkathedrale mit ihren 13 grünen und goldenen Kuppeln, die die Strahlen der Wintersonne reflektieren.

Nach einem herzhaften Mittagessen, zum Beispiel einem typisch ukrainischen Hotdog, "Kyivska perepichka", ist ein Verdauungsspaziergang am Ufer des Dnjepr angesagt. Mitunter ist der Fluss zugefroren und kann zu Fuß vorsichtig überquert werden.

Am zweiten Tag locken erneut Kiews Denkmäler. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Besuch der Mutter-Heimat-Statue, einer 62 Meter hohen Kolossalstatue aus Stahl, die an den Großen Vaterländischen Krieg erinnert? Ein weiteres historisches Wahrzeichen der Hauptstadt ist der beeindruckende Unabhängigkeitsplatz, "Majdan Nesaleschnosti", im Herzen der Innenstadt, ein Treffpunkt für sowohl Einheimische als auch Touristen. Auf dem Platz befindet sich das Unabhängigkeitsdenkmal in Säulenform sowie drei Springbrunnen, u.a. der Brunnen der Stadtgründer, der mit den Statuen der vier Gründer Kiews, Kyj, Schtschek, Choriw und Lybid geschmückt ist.

Wer danach genug von der Zeit an der frischen Luft hat, geht einfach in das Einkaufszentrum, das sich direkt am Platz befindet, und besorgt Souvenirs. Bei Interesse an der Kultur und Geschichte des Landes ist das Ukrainische Nationalmuseum Tschernobyl eine alternative, nachmittagsfüllende Beschäftigung.

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5. Oslo, Norwegen

Auf Turkus Fuße folgt die norwegische Hauptstadt Oslo. An der Südküste des Landes gelegen ist sie eine der wenigen europäischen Hauptstädte, die von weiten Grünflächen und Wäldern umgeben ist. Oslo ist mit 14 Schneetagen pro Monat die perfekte Stadt für einen Wochenendausflug im Schnee.

Was man an einem Wochenende in Oslo unternehmen kann

Den besten Start in den Tag liefert ein reichhaltiges, typisch norwegisches Frühstück mit Lachs. Sobald die notwendige Energie für den Tag gesammelt ist, empfiehlt sich als erste Station das Opernhaus Oslo. Hier bietet ein Spaziergang auf das Dach eine gute Aussicht auf die Stadt und eine erste Orientierung.

Weiter geht es zur Festung Akershus aus dem 13. Jahrhundert, die im Winter besonders romantisch wirkt. Nach dem Mittagessen, das zum Beispiel in dem überdachten Food-Court Mathallen Oslo eingenommen werden kann, ist es an der Zeit in die winterliche Stimmung Oslos einzutauchen und den Nachmittag mit Schlittschuhlaufen auf dem Spikersuppa-Platz zu verbringen.

Der zweite Tag steht ganz im Zeichen des Skisports und beginnt mit einem Besuch des Holmenkollen, einem 371 Meter hohem Berg, an dem sich das älteste Skimuseum der Welt sowie mit dem Holmenkollbakken die älteste Skisprungschanze der Welt befindet, die die meistbesuchte Touristenattraktion Oslos ist.

Eine weitere Option für einen Tag auf der Piste ist Tryvann. Mit der Straßenbahnlinie 1 dauert es ca. 25 Minuten bis zu diesem Skigebiet, das nicht weniger als 18 Pisten bietet. Der Pass kostet ca. 44 Euro pro Tag und Person.

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4. Turku, Finnland

Turku, Finnlands älteste Stadt, ist vor allem für seine Burg bekannt. Im Winter, wenn die Temperaturen sinken und die ersten Schneeflocken auf dem Boden liegen, verändert sich die Stadt im Vergleich zu den restlichen Jahreszeiten völlig. Immerhin gibt es hier 14 Tage Schnee pro Monat.

Ein Wochenende im Turku

Das nordische Abenteuer in Turku beginnt mit einem Spaziergang durch die Gassen hin zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der Dom ist dabei nicht zu verfehlen. Nach seiner Besichtigung geht es zur mittelalterlichen Burg, die an der Mündung des Flusses Aura liegt. Wie gelangt man dorthin? Ganz einfach: Schlittschuhe anziehen und auf geht’s! Im Winter ist der Fluss völlig zugefroren und auf Schlittschuhen die Stadt zu durchqueren ist ein einmaliges Erlebnis.

Nach der sportlichen Betätigung bietet sich ein stärkendes Mittagessen an. Die Markthalle Turun Kauppahalli ist genau der richtige Ort, um sich lokale Spezialitäten schmecken zu lassen. Wer noch tiefer in den Winteralltag Turkus einsteigen möchte, nimmt nachmittags am Eishockeyspiel mit Einheimischen teil.

Am zweiten Tag geht es wieder mit einem "Pulkka", dem finnischen Schlitten, auf die Piste. Fast überall in der Stadt laden Hänge zum Rodeln ein. Schön ist es aber auch, sich den finnischen Ausflüglern anzuschließen, zur Ostsee zu gehen und dort über die eisige Oberfläche zu rutschen.

Der Faschingsdienstag wird hier außerdem traditionell mit gemeinsamen Rodeln gefeiert. Wem Rodeln zu schnell ist, der kann auf Langlaufen ausweichen und etwas außerhalb der Stadt die winterliche Landschaft Finnlands auf Skiern erkunden.

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3. Vilnius, Litauen

Der dritte Platz im Ranking geht mit nur einem Tag weniger Schnee pro Monat (15 Tage) als Tallinn an die litauische Hauptstadt. Vilnius, das "Rom des Ostens", beeindruckt mit barocken Bauwerken. Die sehenswerte Altstadt gehört seit 1994 zum Weltkulturerbe.

Tipps für einen Wochenendtrip nach Vilnius

Auch in Vilnius bietet sich der erste Tag zum Erkunden der Stadt an. Eine Perle ist zweifellos die Annenkirche, die mit ihren rötlichen Ziegelsteinen, die im Winter im Kontrast zur weißen Schneedecke stehen, ein Wahrzeichen der Stadt ist. Im Zuge des Stadtspaziergangs lässt sich außerdem die litauische Straßenkunst bewundern.

Wer von Kunst nicht genug bekommen kann und nach dem ausgiebigen Flanieren an der frischen Luft ins Warme möchte, sucht am Nachmittag das Litauische Kunstmuseum auf, um sich mit der lokalen Kunstgeschichte vertraut zu machen.

Alternativ lohnt ein Spaziergang auf den Hügel der Drei Kreuze, der eine gute Aussicht auf die schneebedeckte Stadt bietet, bevor es wieder in Richtung Stadt und zum Beispiel in Richtung des Gediminas-Turms geht. Nach diesem langen Tag im Schnee gibt es nichts Besseres als die litauische Tradition "užkandžiai prie alaus" zu leben, die besagt, dass jeder Happen, den man isst, von einem Bier begleitet werden sollte.

Am zweiten Tag geht es in den böhmischen Bezirk von Vilnius, in die Republik Uzupis, die eine eigene Flagge, eine eigene Verfassung und eigene Politiker hat. Der alternative Stadtteil besticht mit einer großen Anzahl trendiger Cafés und Künstlern an jeder Straßenecke. Am Nachmittag ist es an der Zeit für etwas Wintersport: Im Liepkalnis Park ist Skifahren oder Snowboarden angesagt. Von hier aus lassen sich außerdem hervorragend Sonnenuntergänge beobachten.

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2. Tallinn, Estland

Tallinn, die Hauptstadt und das kulturelle Zentrum Estlands, ist in den Wintermonaten besonders magisch und romantisch. Die wie Helsinki an der Ostsee gelegene Stadt belegt mit durchschnittlich 16 Schneetagen pro Monat den zweiten Platz in diesem Vergleich.

Was kann man in Tallinn so machen, wenn man ein Wochenende dort verbringt?

Ein Spaziergang durch die Altstadt bietet sich an. Mit weißem Winterkleid bedeckt bietet die Stadt, und insbesondere die prächtige Alexander-Newski-Kathedrale, eine gute Kulisse für Fotos. Zum Mittagessen gibt's eingelegten Fisch oder eine Suppe.

Danach geht es auf das Gelände des estnischen Liederfests, das von der UNESCO im Jahr 2003 als Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit anerkannt wurde. Hier entsteht in den Wintermonaten ein Wintersportparadies: Snowboarden, Skifahren oder Rodeln – alles ist möglich.

Am zweiten Tag lohnt ein Besuch der Design- und Architekturgalerie. Nachmittags ist der Besuch des Freilichtmuseums mit einer Nachbildung eines traditionellen estnischen Fischerdorfes, das sich etwas außerhalb der Stadt befindet, eine gute Möglichkeit, den Tag ausklingen zu lassen. Wer ein ganz besonderes Erlebnis sucht, sollte das Stadtzentrum verlassen und eine Hundeschlittenfahrt in der estnischen Taiga unternehmen.

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1. Helsinki, Finnland

Die finnische Hauptstadt ist mit durchschnittlich 17 Schneetagen pro Monat die schneereichste Stadt Europas. Wer sich in den Wintermonaten in die Stadt wagt, die idyllisch auf einer Halbinsel am Finnischen Meerbusen gelegen ist, bekommt viel geboten.

Tipps für einen Wochenendtrip nach Helsinki

Am besten ist ein früher Start in den Tag, damit der Schnee noch makellos erlebt. Dann ist es an der Zeit, sich aufzuwärmen. Das Design Museum, eines der ältesten Museen der Welt, bietet sich wunderbar dafür an. Hier erhält der Besucher Einblick in die Geschichte des finnischen Designs und kann tausende Ausstellungsobjekte und Zeichnungen bewundern.

Mittags stärkt eine landestypische Suppe, zum Beispiel "Hirvikeitto" (Suppe mit Elchfleisch), oder "Lohikeitto" (Lachscremesuppe).

Bevor es dunkel wird, was im Winter in Helsinki bereits recht früh der Fall ist, bietet es sich an, in einem der Parks Rodeln zu gehen. Ein dazu notwendiger Plastikschlitten, "pulkka", ist in zahlreichen Geschäften für etwa zehn Euro erhältlich. Um sich wie ein echter Finne zu fühlen, steht zum Abschluss des Tages ein Sauna-Besuch an. Das hilft außerdem dabei, Erkältungen vorzubeugen, heißt es.

Der zweite Tag eignet sich perfekt für einen weiteren Stadtspaziergang, vorbei an allen Hauptsehenswürdigkeiten wie dem Dom, dem Hauptbahnhof und der Uspenski-Kathedrale.

Ist die Ostsee zugefroren, ist ein Spaziergang über das Binnenmeer ein absolutes Muss. Die Einheimischen schätzen besonders die Region um die Insel Seurasaari. Wer Wintersport mag und gerne etwas Neues ausprobieren möchte, sollte zum Strand Kasinonranta gehen, dem idealen Ort, um Snowkite auszuprobieren, eine Kombination aus Snowboarding und Kitesurfen. (red, 29.1.2019)

Methodik und Quelle:
Holidu hat in Kooperation mit www.worldweatheronline.com dieses Ranking basierend auf der durchschnittlichen Anzahl der verschneiten Tage in den Monaten Dezember bis März (2009-2017) erstellt. Dabei wurden 372 Städte in ganz Europa miteinander verglichen.

Foto: Reuters/Jussi Nukari