Juan Guaidó gibt sich kämpferisch.

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Caracas – Im Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition in Venezuela hat der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó seine Anhänger zur Geschlossenheit aufgerufen. "Das Regime will Zweifel säen und einen Keil zwischen uns treiben, aber wir sind stärker als jemals zuvor", sagte er am Freitag bei einer Kundgebung in Caracas. Einen "falschen Dialog" mit Staatschef Nicolás Maduro lehnte er ab.

"Venezuela ist aufgewacht, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Hier ergibt sich niemand", sagte Guaido. Für die kommende Woche kündigte er eine weitere Großdemonstration an. "Wir gehen wieder auf die Straße. Der Weg ist klar: Ende der Usurpation, Übergangsregierung, freie Wahlen", sagte Guaidó. Er rief seine Anhänger dazu auf, sich nicht entmutigen zu lassen. "Sie können vielleicht eine Blume abschneiden, aber nicht den Frühling aufhalten."

Guaidós Rede.
EL TIEMPO

Maduro hatte am Donnerstag erklärt, er sei offen für Gespräche, um die Krise im Land zu beenden, und bereit, Guaidó zu treffen. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador, der Maduro nach wie vor unterstützt, bot am Freitag an, ein solches Treffen in seinem Land auszurichten.

Der Parlamentschef hatte sich am Mittwoch selbst zum Übergangsstaatschef erklärt und Maduro die Legitimation abgesprochen. Die USA und zahlreiche lateinamerikanische Länder erkannten den Gegenpräsidenten umgehend als legitimen Staatschef an. Allerdings kann Maduro noch auf die Streitkräfte zählen. Guaidó rief das Militär am Freitag dazu auf, die Opposition zu unterstützen. "Soldaten, stellt euch auf die Seite des venezolanischen Volkes."

Zu Verhandlungen mit Maduros sozialistischer Regierung sei er nur unter bestimmten Bedingungen bereit. "Für einen falschen Dialog steht niemand zur Verfügung", sagte er. "Es wird nur über das Ende der unrechtmäßigen Machtaneignung und freie Wahlen diskutiert." Maduro hingegen erneuerte sein Gesprächsangebot. "Ich bin bereit zum Dialog", sagte er am Freitag. "Ich stehe zu meinem Wort." (APA, dpa, 25.1.2018)