2014 wurde mit dem Antlitz des Oppositionellen demonstriert.

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Manama/Dubai – Bahrains oberstes Gericht hat eine lebenslange Haftstrafe gegen den schiitischen Oppositionsführer Scheich Ali Salman bestätigt. Die Richter wiesen am Montag auch die Berufung von zwei Mitarbeitern Salmans ab, wie ein Justizvertreter sagte. Salman war im November von einem Berufungsgericht wegen Spionage für das Nachbarland Katar zu lebenslanger Haft verurteilt worden

Er im Juni war er in erster Instanz freigesprochen worden. Salman war der Chef der schiitischen Al-Wefak-Bewegung. Die wichtigste Oppositionsgruppe in Bahrain wurde 2016 von der Justiz aufgelöst. Die Behörden warfen der Gruppe vor, "Terrorismus zu fördern". In dem Prozess gegen Salman stützte sich die Anklage auf ein 2011 abgehörtes Telefonat mit dem damaligen katarischen Regierungschef Scheich Hamad bin Jassem al-Thani. Menschenrechtsorganisationen kritisierten den Prozess als politisch motiviert.

Proteste 2011 niedergeschlagen

Bahrain hat eine überwiegend schiitische Bevölkerung, der kleine Inselstaat im Persischen Golf wird aber von einem sunnitischen Königshaus beherrscht. 2011 waren Proteste der schiitischen Opposition mit Hilfe saudiarabischer Truppen niedergeschlagen worden. Seitdem wurden dutzende Oppositionelle zu langen Haftstrafen verurteilt.

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten im Sommer 2017 ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den Wüstenstaat verhängt. Sie werfen Katar Unterstützung von "Terrorgruppen" und eine zu große Nähe zum Iran vor. (APA, AFP, 28.1.2019)