Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock droht sozialen Medien.

Foto: Reuters/Handout

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat in einem Interview schwere Geschütze gegen soziale Medien aufgefahren. Er drohte Instagram, Pinterest und anderen Plattformen mit einem Bann, sollten sie nicht sorgfältiger moderieren. Anlass sind Inhalte, die Nutzer zum Suizid aufrufen oder Selbstverletzungen propagieren. Sie sollen für eine Welle an Suiziden unter britischen Teenagern verantwortlich sein.

Dutzende Familien betroffen

Prominentestes Beispiel dafür ist die 14-jährige Molly Russell, nach deren Suizid vor zwei Jahren eine Kampagne gegen soziale Medien gestartet wurde. Sie hatte vor ihrem Suizid auf Instagram und Pinterest Inhalte über Selbstverletzungen und Selbsttötungen konsumiert. Nach ersten Berichten darüber meldeten sich rund dreißig Familien, denen Ähnliches widerfahren ist, bei der NGO Papyrus. Die großen Social-Media-Konzerne versprachen daraufhin, einen besseren Umgang mit solchen Inhalten zu finden. Pinterest gab etwa an, in den vergangenen Monaten Guidelines überarbeitet zu haben.

Algorithmen

Für die britische Regierung passiert allerdings zu wenig. Gesundheitsminister Hancock sprach davon, dass man nicht "machtlos" sei. Er wolle Großbritannien zum "sichersten Ort, um online zu sein", machen und dafür sorgen, dass "keine andere Familie das durchmachen muss, was Mollys Eltern erlebt haben". Ein Problem seien etwa Algorithmen, die automatisch gefährliche Inhalte in die Timelines der Jugendlichen spülen. (red, 28.1.2019)