Moskau – Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat sich zu Gesprächen mit der Opposition bereiterklärt. Dazu forderte er allerdings die Mitwirkung internationaler Mediatoren. Es gehe um den Frieden und die Zukunft seines Landes, sagte Maduro der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA. Zugleich betonte der Präsident, er würde Neuwahlen unterstützen. Die russische Nachrichtenagentur Sputnik zitierte ihn am Mittwoch mit den Worten, Russlands Präsident Wladimir Putin habe Venezuela in jeder Hinsicht geholfen. Russland hatte – wie China – die jüngst verhängten US-Sanktionen gegen Venezuela kritisiert und Maduros Regierung seine Unterstützung zugesichert.

Ausreiseverbot und Kontensperre

In Venezuela tobt derzeit ein Machtkampf zwischen Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó. Dieser hatte sich vor kurzem zum Interimsstaatsoberhaupt ausgerufen. Parlamentspräsident Guaidó, der von den USA unterstützt wird, rief seine Anhänger unterdessen zu neuen Protesten gegen die Regierung auf. Demnach soll es an diesem Mittwoch zu dezentralen Kundgebungen und am Wochenende zu einer weiteren Massendemonstration kommen. Zuvor hatte das Oberste Gericht Venezuelas ein Ausreiseverbot gegen Guaidó verhängt und dessen Konten eingefroren.

Maduro betonte in dem RIA-Interview, die Armee zeige sich loyal gegenüber den rechtmäßigen Autoritäten des Landes. Die US-Sanktionen gegen Venezuelas staatliche Ölgesellschaft PDVSA nannte er illegal. Russland hatte am Dienstag die Befürchtung geäußert, dass Venezuela Probleme bekommen könnte, seine Schulden zu begleichen. Dazu sagte Maduro nun, sein Land werde den finanziellen Verpflichtungen gegenüber Russland und China nachkommen.

Warnung vor "Vietnam"

Maduro hat indes vor einer militärischen Intervention in seinem Land gewarnt. "Lassen wir kein Vietnam in Lateinamerika zu", sagte er in einer "an das amerikanische Volk" gerichteten Videobotschaft, die am Mittwoch auf Facebook veröffentlicht wurde.

Sein Land sei das Ziel eines Medien- und Psycho-Krieges. Jeden Tag würden Bilder und Nachrichten erfunden. "Es ist eine Kampagne vorbereitet worden, um einen von der Regierung Donald Trumps vorbereiteten, finanzierten und aktiv unterstützten Staatsstreich in Venezuela zu rechtfertigen", ergänzte Maduro in dem rund vier Minuten langen Film, auf den er am Mittwoch auch auf Twitter verwies. Dort bittet er die US-Bevölkerung um Unterstützung gegen eine Einmischung des US-Präsidenten.

Der sozialistische Staatschef verglich die Lage mit der vor dem Irak-Krieg 2003, als die USA angebliche Massenvernichtungswaffen in den Händen des irakischen Präsidenten Saddam Hussein als Grund für einen Angriff nannten. Solche Waffen wurden aber nie gefunden. "Da sie für ein Eingreifen nicht erfinden können, dass Venezuela und Maduro Massenvernichtungswaffen haben, erfinden sie nun jeden Tag ein Bild oder eine Nachricht, um als Meute eine Intervention in Venezuela zu rechtfertigen", sagte er. Das eigentliche Ziel sei es, das Erdöl und andere Rohstoffe Venezuelas zu kontrollieren. "Sollten die USA vorhaben, bei uns zu intervenieren, werden sie ein schlimmeres Vietnam erleben, als sie es sich hätten vorstellen können", warnte Maduro.

Mit seinen Worten spielte Maduro auf den Vietnam-Krieg an, der als Stellvertreterkrieg während des Kalten Krieges angesehen wurde und 1975 endete. Neben Millionen Vietnamesen kamen in dem Konflikt auch Zehntausende US-Soldaten ums Leben.

(Reuters, 30.1.2019)