Ab 4. Februar lässt Google die digitalen Abrissbirnen auf sein Netzwerk los.

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Was viele Beobachter schon länger erwartet haben, wurde im vergangenen Jahr schließlich von Google offiziell angekündigt. Weil kaum jemand die Plattform nutzte und noch dazu ein lange klaffende Sicherheitslücke gefunden wurde, wird das einst als Facebook-Alternative gehypte Google+ abgedreht. Lediglich für geschäftliche Kommunikation wird ein Teil der Plattform weiter geführt.

Ursprünglich sollten die Lichter im kommenden August ausgehen. Ein zweites Datenleck sorgte dafür, dass dieser Termin auf April vorverlegt wurde. Nun hat man einen genauen Zeitplan für den Abriss der digitalen Geisterstadt veröffentlicht.

Abrissbirne schwingt ab 4. Februar

In wenigen Tagen, am 4. Februar, wird die Möglichkeit zur Erstellung verschiedener Inhalte gesperrt. Ab dann ist es nicht mehr möglich, Profile, Communitys, Seiten und Events anzulegen. Zudem werden alle via Google+-Verknüpfung geposteten Kommentare auf der Google gehörenden Blogplattform Blogger gelöscht. Ebenfalls im Februar soll die Deaktivierung des Google+-Logins erfolgen, teilweise funktioniert stattdessen dann der normale Google-Signin.

Im März sollen Betreiber und Moderatoren von Communitys die Möglichkeit bekommen, verschiedene Daten zu sichern. Dabei geht es um Texte samt Namen der Ersteller sowie Fotos. Am 7. März verschwinden zudem Kommentare mit Google+-Verknüpfung auf externen Seiten.

Letzter Akt ab 2. April

Am 2. April beginnt der Vorhang dann endgültig zu fallen. Es verschwinden ab diesem Tag alle auf Google+ geposteten Kommentare und auch die Nutzerkonten und andere Seiten werden aufgelassen. Erhalten für geschäftliche Verwendung bleiben nur Seiten, die von einem Eigner mit ihrem G Suite-Konto verknüpft wurden. Fotos und Videos werden auch entfernt. Gesichert bleiben freilich Inhalte, die Nutzer auch bei Google Photos hinterlegt haben.

Ein Zugang zur Plattform ist potenziell auch nach dem 2. April möglich. Google geht davon aus, dass die Entfernung aller Daten mehrere Monate dauert. Dementsprechend kommt es schlicht darauf an, wann das eigene Konto im Datenshredder landet. Wer auf Google+ wichtige Inhalte gespeichert hat, sollte also besser noch vor dem Stichtag tätig werden.

Exporter-Tool hilft

Das Sichern des eigenen Datenbestandes kann man sich dank einer nützlichen App zumindest erleichtern, schreibt das Google Watchblog. Der Google+ Exporter schafft eine Übersicht über die eigenen Profile und bietet Detailexport und auch Umwandlungsmöglichkeiten ein, um die Daten unkompliziert etwa auf ein Wordpress-Blog übernehmen zu können. (red, 31.01.2019)