Marcel Hirscher zwischen den Stangen.

Foto: REUTERS/Lisi Niesner

Aare/Wien – Je drei Medaillen jeder Farbe haben Österreichs alpine Skirennläufer bei den bisher letzten Weltmeisterschaften 2007 in Aare (Schweden) gewonnen. Und damit genauso viele wie vor zwei Jahren in St. Moritz (3/4/2). Eine Anzahl, die auch bei der insgesamt dritten WM in Aare von 4. bis 17. Februar 2019 angepeilt wird. Das Weltcupfinale im März 2018 war aus ÖSV-Sicht vielversprechend verlaufen.

Die erste WM am Fuße des rund 1.420 m hohen Berges Aareskutan ging 1954 in Szene, Österreich holte mit acht Medaillen (2/3/3) die meisten aller teilnehmenden Nationen. Im Medaillenspiegel blieb dennoch nur Platz zwei, denn Stein Eriksen hatte Norwegen mit dreimal Gold in Riesentorlauf, Slalom und Kombination im Alleingang an die Spitze gehievt. Die zwei Goldenen für Österreich hatten Christian Pravda in der Herren-Abfahrt und Trude Klecker im Damen-Slalom eingefahren.

2007 begann es turbulent

2007 begann es wetterbedingt turbulent, erst nach drei Absagen in Folge nahm das Getriebe mit einem Super-G-Doppelpack an einem Tag Fahrt auf. Am Ende sah sich der Gastgeber schon dem Sieg im Medaillenspiegel nahe, doch Österreich gewann Gold im Teambewerb und diese für den heimischen Skiverband so wichtige Wertung. Die weiteren Titel gewannen Mario Matt im Slalom und Nicole Hosp im Riesentorlauf. Superstar der WM war aber Lokalmatadorin Anja Pärson mit Gold in Abfahrt, Super-Kombination und Super-G, Silber im Teambewerb und Bronze im Slalom.

Zu den elf Entscheidungen waren 80.000 Zuschauer in den Zielraum gekommen, insgesamt 220.000 hatten in den diversen Festival-Arenas die Partys besucht. Und sich dabei auch vom Wetter nicht stören lassen, denn das spielte in Aare alle Stückeln. In Erinnerung geblieben sind viele Tage mit bis zu minus 30 Grad, aber auch leichtes Tauwetter, dazu Schneestürme, Nebel, Sonnenschein und orkanartiger Wind.

Das Weltcupfinale im vergangenen März war ein weiterer frostiger Vorgeschmack auf die WM, es heißt also warm anziehen und viel Geduld mitbringen. Wegen Sturmes und Schneefalls mussten der Slalom der Herren und der Riesentorlauf der Damen abgesagt werden. Die Rennen auf Herren-Seite waren fest in österreichischer Hand, Vincent Kriechmayr und Matthias Mayer gewannen ex aequo in der Abfahrt, Kriechmayr zudem im Super-G und Marcel Hirscher im Riesentorlauf. Bei den Damen schaute kein Stockerlplatz für Rot-Weiß-Rot heraus.

Hirscher hinter Sailer

Bei der in 33 Tagen beginnenden WM in Aare könnte sich Marcel Hirscher zum erfolgreichsten Skirennläufer überhaupt küren. Mit sechs Gold- und drei Silbermedaillen liegt der Salzburger hinter Toni Sailer, der es auf sieben Gold- und eine Silbermedaille gebracht hatte, an zweiter Stelle. Aber auch der Norweger Aksel Lund Svindal (5/1/2) ist in Schlagdistanz, dem Aare-Doppel-Weltmeister von 2007 liegt das Gelände besonders gut.

Bei den 45. Welttitelkämpfen wird die 1.100 WM-Medaille fällig, bisher wurden 1.093 vergeben. Es kann bei optimalen Verlauf auch die 100. Goldene für Österreich hereinschneien (bisher 95) sowie gesamt die 300. (bisher 286). (APA, 31.1.2019)