Schweißroboter des Roboterherstellers Kuka an der Arbeit an Karossen im Porsche-Werk Leipzig in Sachsen. Gesteuert wird die Hochtechnologie von Menschen.

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Ausschließlich Gewinner produziert die Digitalisierung in Österreich natürlich nicht. Allein ein Blick auf die Landkarte der arbeitsmarktpolitischen Bezirke Österreichs zeigt große Unterschiede. Angeführt von Steyr zieren das Industrieland Oberösterreich die meisten dunklen, also positiven Flecken. Hier sind dank zugkräftiger, teils hochdigitalisierter Industrieleitbetriebe die größten Beschäftigungseffekte zu verzeichnen.

Das Schlusslicht bildet Jennersdorf im Burgenland, das auch dreißig Jahre nach Öffnung des Eisernen Vorhangs an Strukturschwäche leidet. Dabei wirkt laut Wifo-Untersuchung zusätzlich hemmend, dass auch die angrenzenden Bezirke in Ungarn und in der Oststeiermark nicht zu den Zugpferden zählten. Spill-over-Effekte wie im Nordburgenland, blieben deshalb aus. Denn anders als der Süden profitiert der Norden des jüngsten Bundeslands von den Boomregionen Wien und Bratislava gleichermaßen.

Insgesamt attestieren die Wifo-Ökonomen, die für ihre Studie eine Fülle von OECD-Studien ausgewertet und um weitere Kriterien angereichert haben, eine beträchtliche Heterogenität bei den lokalen Beschäftigungseffekten. Positive Effekte werden vermehrt in stärker industriell geprägten Bundesländern festgestellt, allen voran in Oberösterreich, der Steiermark und Vorarlberg.

In den am stärksten von Dienstleistungen dominierten Bundesländer kann das sogar ins Gegenteil kippen. Im Tourismusland Salzburg wurden sogar überwiegend negative Beschäftigungseffekte im Zusammenhang mit dem Digitalisierungsgrad der lokalen Wirtschaft gemessen.

Sonderfall Wien

Wien, das ebenfalls voll auf Tourismus und Dienstleistung fokussiert, ist hingegen ein Sonderfall. Als reine Stadtökonomie weise Wien einen in Summe wesentlich höheren Technologie- und Innovationsgrad im Dienstleistungssektor auf samt Spezialisierung in wissensintensiven Marktdienstleistungen, als die übrigen Bundesländer, schreiben die Studienautoren des Wifo.

Wobei das Burgenland, Salzburg und Tirol nicht nur negativ auffallen. Dort entstünden die positiven Beschäftigungseffekte hauptsächlich aus hoch digitalisierten Branchen selbst. Allerdings ist dort der Bestand an Bauwirtschaft, Handel, Tourismus, Gesundheits- und Sozialwesen, also Betrieben mit vergleichsweise niedrigem Technologie- und Digitalisierungsanteil relativ groß, was natürlich auch die positive Ansteckung im Beschäftigungswachstum ("Beschäftigungs-Spill-overs") durch Nachbarregionen begrenzt. Was den Robotereinsatz betrifft, gehören die Bezirke Deutschlandsberg, das Innviertel mit Braunau (Amag), Steyr und Kirchdorf zu den Vorzeigeregionen. (ung, 1.2.2019)