Unter Berufung auf regierungsinterne E-Mails berichtet der "Guardian", dass sich die Briten auf einen Müllnotstand vorbereiten. Sie exportieren nämlich jährlich drei Millionen Tonnen Müll. Im Fall der EU werden die Exportlizenzen bei einem No-Deal-Brexit über Nacht ungültig und die Briten bleiben auf ihrem Mist sitzen. Bevor jetzt Schadenfreude aufsteigt, sollte man aber ein bisschen weiterdenken. Nämlich darüber, wie das mit dem Müll so ist. Wieso exportieren die Briten überhaupt Müll? Warum wird er nicht recycelt? Und wie sieht das bei den EU-27-Ländern aus?

Jährlich exportiert das Vereinigte Königreich drei Millionen Tonnen Müll in die EU.
Foto: APA/AFP

Wie bekannt landet viel Müll aus den OECD- in den Entwicklungsländern. Zum Beispiel der Elektroschrott auf den Müllhalden in Nigeria, wo die Ansässigen dann vollkommen ungeschützt nach Metallen und Seltenen Erden suchen, die sie um einen Spottpreis in den internationalen Materialkreislauf zurückverkaufen. Wahrscheinlich gibt es im globalen Handel unzählige Kreisläufe, von deren Existenz nur sehr wenige Direktbeteiligte wissen. Der Brexit lehrt uns auf alle Fälle jetzt schon, wie komplex die modernen Handelsverflechtungen und Materialflüsse sind. Im Fall des Mülls geht das weit über die Transporte zwischen dem Vereinigten Königreich und den EU-27 hinaus. (Markus A. Gaßner, 3.2.2019)

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