Da die Bildagentur kein einziges Bild zu Tonga liefern konnte, auf dem nicht Prinz Harry und Meghan Markle zu sehen sind, müssen die geneigten Leser und Leserinnen mit einem Symbolfoto zum Thema Vorlieb nehmen. Das ist übrigens ein Router, der macht was mit Netzwerk und so.

Foto: Charles Krupa / AP

Die rund 110.000 Bewohner des kleinen Südsee-Königreichs Tonga haben nach zwei Wochen Zwangspause endlich wieder Zugang zum Internet. Das Land war praktisch komplett vom weltweiten Netz abgeschnitten, nachdem das einzige unterseeische Glasfaserkabel vor zwei Wochen aus unbekannten Gründen gerissen war. Am Samstag wurde die Reparatur erfolgreich abgeschlossen.

"Wir hatten zwei ziemlich ruhige Wochen", sagte Regierungssprecher Lopeti Senituli. "Die Leute holen jetzt den ganzen Klatsch und Tratsch und ihre Geschäfte nach", scherzte sie.

Konsequenzen

Der Internet-Blackout hat den Inselstaat im Südpazifik wirtschaftlich hart getroffen. So hätten Banken die wichtigen Geldüberweisungen von Tonganern im Ausland an ihre Familien daheim nicht abwickeln können, sagte die Präsidentin der tonganischen Handelskammer, Paula Taumoepeau. Auch andere Wirtschaftszweige – etwa Internetbestellungen oder Buchungen für die wichtige Tourismusindustrie – lagen lahm. "Es gab hier erhebliche Störungen", sagte Taumoepeau. "Wir hoffen, dass ab Montag wieder alles normal läuft."

Die Verbindungen zur Außenwelt liefen in den vergangenen beiden Wochen vor allem über einen begrenzten Satellitendienst. Er stellte Telefonverbindungen ins Ausland und die Abrechnung von Kreditkartenzahlungen sicher. Davon abgesehen war Tonga offline.

Warum das einzige Glasfaserkabel nach Tonga riss, war noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass ein Schiff mit einem am Meeresboden schleifenden Anker das Kabel versehentlich gekappt haben könnte. (APA, 3.2.2019)