Hunderte Flüchtlinge wurden noch vor kurzem in Lagern in der Inselrepublik Nauru (Bild) sowie auf der zu Papua Neuguinea gehörenden Insel Manus festgehalten.

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Sydney – Nach scharfer Kritik von Menschenrechtlern verzichtet Australien auf die Internierung von Flüchtlingen im Kindesalter in seinen umstrittenen Lagern auf abgelegenen Pazifikinseln. Von den 109 Kindern, die noch vor einem halben Jahr in dem Flüchtlingscamp im Inselstaat Nauru festgehalten wurden, seien nur noch vier dort, und ihre Abreise stehe bevor, so Premierminister Scott Morrison am Sonntag.

Nach Australien dürften die Kinder allerdings nicht: Sie würden in aufnahmebereite Drittstaaten gebracht. Die letzten vier Kinder könnten mit ihren Familien in die USA ausreisen, kündigte Morrison an.

Krankheiten und Suizidversuche

Australien wird wegen seiner harschen Politik zur Abschreckung von Flüchtlingen im In- und Ausland kritisiert. Das Land verlegt alle Flüchtlinge, die per Boot nach Australien zu kommen versuchen und dabei aufgegriffen werden, in Lager in den Pazifikstaaten Nauru und Papua-Neuguinea. Dort werden sie festgehalten, bis ihre Asylgesuche in Australien geprüft sind.

Menschenrechtsaktivisten beklagen katastrophale Zustände in den Zentren: Die Menschen seien isoliert und hoffnungslos, es gebe Krankheiten und immer wieder Suizidversuche. (APA/AFP, 3.2.2019)