Das Großraumbüro macht die Mitarbeiter unproduktiv. Das haben Harvard-Wissenschafter herausgefunden (wobei sie bei weitem nicht die ersten sind). Eigentlich sollte das Großraumbüro ja der schnellen Kommunikation dienen. Doch jetzt ist es so, dass sich die Mitarbeiter hinter ihren Bildschirmen und unter Kopfhörern verstecken.

Mehr Mails, mehr Homeoffice

Im Endeffekt reden sie viel weniger miteinander. Im Großraumbüro nimmt die direkte Kommunikation um 73 Prozent ab. Dafür werden um 67 Prozent mehr Emails geschrieben und die Nutzung von Messenger-Diensten steigt um 75 Prozent. Was die Harvard-Wissenschafter nicht untersucht haben, sind die gesunkenen Betriebskosten. Wenn nämlich mehr Leute auf kleineren Raum zusammengepfercht werden, dann sinken Miet-, Heiz- und andere Büroraum-bezogenen Kosten. Auch nicht zu vergessen – das Alphatier unter den Kollegen gibt die Raumtemperatur vor und der, der am lautesten telefoniert, bestimmt die Geräuschkulisse. Das veranlasst viele, sich ins Home-Office zurückzuziehen, was den Arbeitgeber freut, denn dort muss er weder für die Heizkosten aufkommen noch den Kaffee bezahlen. Das wiederum vergrault den einen oder anderen Manager, der den Arbeitstag ohne seine Mitarbeiter verbringen muss. (Markus A. Gaßner, 5.2.2019)