So soll die Rundsporthalle in Wien-Kagran ab Herbst 2020 aussehen.

Rendering: Raumkunst ZT GmbH

Wien – Die Stadt Wien erneuert ihre Rundhallen. Das gab Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Dienstag bekannt. Als Erste soll die Halle in der Steigenteschgasse in Wien-Kagran generalsaniert werden. "Die Wiener Rundsporthallen sind fast allen Wienerinnen und Wienern ein Begriff. Damit das auch so bleibt, investieren wir in die Modernisierung dieser Sportstätten", betonte Hacker am Dienstag.

Die Hallen, die seit den 1970er-Jahren als Trainings- und Wettbewerbsstätten gedient haben, sollen moderner und funktioneller werden sowie ein "zeitgemäßes Erscheinungsbild" erhalten. "Bereits im kommenden Jahr können sich die Sportlerinnen und Sportler in Kagran ein Bild davon machen", versprach Hacker.

Pilotprojekt Kagran

Die Rundhalle in der Steigenteschgasse mit einer Kapazität von 500 Zuschauern ist das Pilotprojekt für die Erneuerung der sechs städtischen Rundturnhallen. Die Gebäudehülle, das Dach und die technische Ausstattung sollen komplett erneuert und die Nutzungsdauer nahezu an einen Neubau herangeführt werden. Der Innenraum wird dadurch künftig über neun Meter hoch sein. Die Hallenfläche von 42 mal 26 Metern wird für Trainingszwecke dreifach teilbar. "Wien hat dadurch eine weitere bundesligataugliche Sporthalle für Volleyball, Handball oder Basketball.", so Sportamtsleiter Anatol Richter.

Eröffnet wird die erneuerte Halle im Herbst 2020. Der Gemeinderat hat bereits eine Förderung von 5,4 Millionen Euro netto, 6,5 Millionen Euro nach Steuern und Gebühren beschlossen.

Strategie für Sportstätten

Insgesamt gibt es in Wien neun Millionen Quadratmeter Sportflächen, dreieinhalb davon verwaltet die Stadt selbst. Bis Ende 2019 will die Stadt im Rahmen des Sportstättenentwicklungsplans eine Strategie vorlegen, in der alle Sportstätten in den Bereichen Breiten-, Spitzen- und Trendsport Berücksichtigung finden. "Unsere Stadt ist allein in den vergangenen sechs Jahren fast um die Größe von Linz gewachsen. Dieser Entwicklung müssen wir auch im Sport Rechnung tragen", erklärte Hacker.

Kritik von Opposition

"Echte Sportstättenentwicklung schaut anders aus", reagierte ÖVP-Stadtrat Markus Wölbitsch auf die Ankündigung Hackers: "Die Wiener Sportvereine haben zu wenig Sportstätten." Es brauche mehr Hallen und Freiflächen für das Training und kleine bis mittlere Wettbewerbe, so Wölbitsch. Auch die vergangene Woche angekündigte neue Mehrzweckhalle erfülle diesen Zweck nicht. Im Rahmen der Neunutzung der Stadthalle solle daher "mehr Platz für den Breitensport geschaffen werden".

Die Wiener Neos wiederum wollen Schwimm- und Hallenbäder mitgedacht haben: "Um die Entwicklung der Sportstätten in Wien sicherzustellen, muss auch der Erhalt der bestehenden Hallen- und Kombibäder unterstützt werden", so Neos-Klubobmann Christoph Wiederkehr. Er fordert, dass die Stadt etwa das vor dem Aus stehende Dianabad im zweiten Bezirk rette. (ook, 5.2.2019)