Vergangene Woche wurde der protestantische Karfreitag heftig debattiert, nachdem der Europäische Gerichtshof entschieden hatte, dass der zusätzliche Tag für eine religiöse Gruppe dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht. Hier im Standard und auf Sozialen Medien wurden viele schlaue Argumente aufgeworfen. Das Feiertagskonto mit Anspruch auf Urlaub an den Festtagen des eigenen religiösen Bekenntnisses sticht hervor. Im Grunde jedoch haben sich die einheitlichen Feiertage in einer zunehmend diversen Gesellschaft genauso überholt wie die Diskussion über das Fernsehprogramm vom Vortag. Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich, ein klein wenig über den Tellerrand hinauszuschauen. Bei all der anstehenden Automatisierung und Robotisierung wird uns bald die Arbeit ausgehen. Und die Politik sollte tunlichst darauf achten, dass das immer knapper werdende Gut Arbeit gerecht verteilt wird, was wiederum darauf hinausläuft, dass jeder sehr viel weniger arbeiten wird. Anders ausgedrückt: Schon bald wird uns die aktuelle Diskussion um einen zusätzlichen gesetzlichen Feiertag anachronistisch anmuten. (Markus A. Gaßner, 5.2.2019)