Prägte lange Zeit das Wesen der Wiener Stadtpolitik: Renate Brauner.

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Wien – Die ehemalige Wiener SPÖ-Stadträtin und nunmehrige Beauftragte für Daseinsvorsorge und Kommunalwirtschaft, Renate Brauner, zieht sich sukzessive aus ihren Funktionen in der Partei zurück. Sie wird nicht nur den Vorsitz der Wiener SPÖ-Frauen abgeben, sondern künftig auch nicht mehr im Vorstand der Landespartei sitzen, wie sie der APA sagte.

Brauner ist derzeit noch Mitglied des Präsidiums und damit auch eine Stellvertreterin von Parteichef Michael Ludwig. Der Vorstand bzw. die Riege der stellvertretenden Parteiobleute wurde zuletzt 2017 gewählt. Beim Parteitag im Vorjahr stand für die Delegierten hingegen nur ein Votum auf dem Programm – nämlich die Neuwahl des Parteivorsitzenden. Abgesehen von der Kür Ludwigs zum Nachfolger von Michael Häupl wurden keine weiteren Personalentscheidungen getroffen.

Das steht nun am Programm. Der betreffende Landesparteitag der Wiener Roten ist terminlich bereits fixiert, er findet am 27. April statt. Renate Brauner wird dort nicht mehr kandidieren. Wer ihr nachfolgt, ist noch offen, wird in der Partei betont.

Rochaden

Wobei dies nicht die einzige Rochade im Präsidium sein dürfte: Da auch Ludwig als stellvertretender Vorsitzender fungierte, wird wohl auch für ihn jemand nachrücken. Neben Brauner und Ludwig wurden 2017 zudem die Nationalratsabgeordnete Ruth Becher, die nunmehrige Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal und – als Neuzugang – Gewerkschafter Christian Meidlinger ins Präsidium berufen.

Wie Brauner betonte, hat ihr Rückzug als Parteivize damit zu tun, dass sie sich zuvor auch aus einer anderen Funktion verabschiedet. Sie legt die Leitung der Wiener SPÖ-Frauen in neue Hände. Wer ihr in der bedeutenden Parteiorganisation nachfolgt, ist ebenfalls noch nicht fix entschieden, versicherte sie.

Wie die "Presse" kürzlich berichtete, soll Brauner die Gemeinderätin und ehemalige Chefin der Sozialistischen Jugend, Marina Hanke, als neue Chefin vorgeschlagen haben. Dem Vernehmen nach stieß dies aber nicht auf ungeteilte Zustimmung. Brauner selbst wollte zu möglichen Dissonanzen nicht Stellung nehmen. Die Nachfolge werde intern im Rahmen der Frauenkonferenz entschieden, erklärte sie.

So ganz zieht sich Brauner aus dem Parteigeschehen aber nicht zurück. Denn sie ist weiterhin stellvertretende SPÖ-Bundesparteivorsitzende. Erst im vergangenen Herbst ist sie wieder ins Präsidium gewählt worden. (APA, 15.2.2019)