So sieht Freude aus.

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Åre – Er schien schon des Öfteren mit seinen Nerven am Ende, immer wieder musste er sich Marcel Hirscher geschlagen geben, doch dieses Mal behielt Henrik Kristoffersen die Oberhand. Der Norweger avancierte am Freitag unter Flutlicht in Åre zum Riesentorlauf-Weltmeister und holte damit nach Silber bei Olympia 2018 und Slalom-Bronze in Sotschi 2014 seinen ersten Titel bei Großereignissen.

Hirscher, nach dem ersten Lauf nur eine Zehntelsekunde hinter dem Halbzeitführenden Alexis Pinturault, musste sich mit zwei Zehntel Rückstand auf den Norweger mit Silber begnügen. Der 29-jährige Doppel-Olympiasieger von Pyeongchang, WM-Titelverteidiger und Gewinner von vier Saisonrennen in dieser Disziplin, holte zwar seine vierte Riesentorlaufmedaille bei Weltmeisterschaften in Folge, verpasste aber seine siebente WM-Goldmedaille. Dem französischen Kombinations-Weltmeister blieb immerhin Bronze.

Besonders bitter: Für Österreich stehen zwei Bewerbe vor Ende der 45. Ski-WM lediglich dreimal Silber und zweimal Bronze zu Buche. Der Gewinn der heiß ersehnten Goldenen dürfte zur ultimativen Zitterpartie werden.

Lange Durststrecke

Der 24-jährige Kristoffersen, zur Halbzeit mit 18 Hundertstel Rückstand auf Pinturault und acht hinter dem Salzburger nur Dritter, markierte in der Entscheidung mit einem famosen Lauf Bestzeit, die weder Hirscher noch der Franzose unterbieten konnten. Der Norweger lehnte nach vollbrachter Arbeit zunächst gespannt den Berg hinaufschauend an einer Werbebande. Als ihm die Goldene gewiss war, sprang er auf, drehte sich zum Publikum und präsentierte sich – mehr als ein Jahr nach seinem bislang letzten Weltcupsieg am Ganslern in Kitzbühel – dem tobenden Publikum. In seiner Karriere konnte er bei 16 Weltcupsiegen lediglich einen Sieg in einem Riesentorlauf verbuchen, 2015 in Méribel..

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Eine mehr als nur beachtliche Leistung zauberte Marco Schwarz in den schwedischen Schnee. Der 23-Jährige verbesserte sich mit Laufbestzeit im Finale vom 16. auf den fünften Rang (1,04). Mit Stefan Brennsteiner landete ein weiterer ÖSV-Läufer als Neunter (1,38) in den Top Ten. Manuel Feller (1,97) fand weder im ersten noch im zweiten Lauf die richtige Dosis zwischen Attacke und Kontrolle und musste sich mit Rang 15 begnügen.

Roland Leitinger, Vizeweltmeister von St. Moritz 2017, musste in der Entscheidung abschwingen, nachdem er ein Tor gerammt hatte. Der Deutsche Stefan Luitz zog sich bei einem Einfädler einen Innenbandriss zu.

Lieber im Krankenstand

Hirscher, der erkältet ankam, wäre am liebsten in den Krankenstand gegangen, versicherte jedoch, körperlich 100 Prozent fit an den Start gegangen zu sein. Auf die Erkrankung wollte er sich nicht ausreden. "Natürlich war es nicht lustig in den letzten zwei, drei Tagen, aber da haben wir schon Schlimmeres durchgemacht. Angesichts der Umstände ist es ein cooles Ergebnis. Auf der anderen Seite wird morgen in der Zeitung stehen, zweiter Platz, erster Verlierer, so wird es auch sein, aber damit kann ich sehr, sehr gut leben. Gratulation an Henrik, ein verdienter Weltmeister. Er hat das Gerät heute zweimal gnadenlos runtergedrückt", sagte er mit kratziger Stimme. Seine Medaille sei sehr viel wert, eine weitere im Medaillenkoffer.

o sieht eine Siegerfahrt aus.
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Mit Silber hat Hirscher seine zehnte Medaille bei Weltmeisterschaften geholt. Vor ihm liegen nur noch die Norweger Kjetil André Aamodt (12) und Lasse Kjus (11), sowie Marc Girardelli (11). Benjamin Raich hält ebenso bei zehn. Für Kristoffersen sei es an der Zeit gewesen, eine Goldene zu gewinnen. "Wir haben so hart gearbeitet, ich war so oft so nahe dran, habe heuer kein Rennen gewonnen, aber heute war es ziemlich gut." (Thomas Hirner aus Åre, 15.2.2019)

Ergebnis:

1. Henrik Kristoffersen (NOR) 2:20,24
2. Marcel Hirscher (AUT) 2:20,44 +00,20
3. Alexis Pinturault (FRA) 2:20,66 +00,42
4. Loic Meillard (SUI) 2:21,16 +00,92
5. Marco Schwarz (AUT) 2:21,28 +01,04
5. Zan Kranjec (SLO) 2:21,28 +01,04
7. Leif Kristian Nestvold-Haugen (NOR) 2:21,32 +01,08
8. Alexander Schmid (GER) 2:21,43 +01,19
9. Stefan Brennsteiner (AUT) 2:21,62 +01,38
10. Marco Odermatt (SUI) 2:21,63 +01,39
11. Ted Ligety (USA) 2:21,78 +01,54
12. Tommy Ford (USA) 2:21,80 +01,56
13. Rasmus Windingstad (NOR) 2:21,84 +01,60
14. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 2:21,96 +01,72
15. Manuel Feller (AUT) 2:22,21 +01,97
16. Matts Olsson (SWE) 2:22,24 +02,00
17. Mathieu Faivre (FRA) 2:22,25 +02,01
18. Trevor Philp (CAN) 2:22,72 +02,48
19. Filip Zubcic (CRO) 2:23,05 +02,81
20. Luca de Aliprandini (ITA) 2:23,33 +03,09
21. Ryan Cochran-Siegle (USA) 2:23,88 +03,64
22. Stefan Hadalin (SLO) 2:23,93 +03,69
23. Simon Maurberger (ITA) 2:23,98 +03,74
24. Tomoya Ishii (JPN) 2:24,20 +03,96
25. Samu Torsti (FIN) 2:24,33 +04,09
26. Sam Maes (BEL) 2:24,34 +04,10
27. Pawel Trichischew (RUS) 2:24,81 +04,57
28. Maarten Meiners (NED) 2:25,32 +05,08
29. Albert Popow (BUL) 2:26,58 +06,34
30. Simon Fournier (CAN) 2:26,68 +06,44

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Stefan Luitz (GER), Gino Caviezel (SUI), Thomas Tumler (SUI), Aleksander Aamodt Kilde (NOR), Riccardo Tonetti (ITA)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Roland Leitinger (AUT), Thomas Fanara (FRA)