Kürzlich meinte ein Freund, dass ich die Dinge immer so negativ sehe – dem STANDARD-Kolumnist Hans Rauscher wurde von höchster Stelle gleiches beschieden. Das mag stimmen. Aber zu welch anderem Schluss kann man angesichts der täglichen Horrormeldungen aus Umwelt, Wirtschaft und Politik nur kommen? Dabei fällt auf, dass es in den vergangenen Wochen immer wieder Meldungen darüber gab, dass es der Menschheit noch nie so gut ergangen sei, dass noch die so viele Menschen Zugang zu sauberem Wasser gehabt hätten und dass die Anzahl der Menschen, die weniger als den Mindestlohn verdienen, ständig abnähme. 

Auch im ersten Podcast der neuen Standard-Edition "Zukunft" meint  Wissenschafter Reinhold Popp gleich eingangs, dass man die Zukunft – mit Ausnahme des Klimawandels – nicht unbedingt so negativ sehen müsse, um dann den ganzen Podcast hindurch ein tendenziell positives Bild dessen zu malen, was in den kommenden Jahren auf uns zukommen wird.  Nur, wenn es keine Bienen mehr gibt, die Felder austrocknen und das Grundwasser verdreckt, erübrigt sich alles Weitere. Eine nachhaltige Politik muss so planen, dass sie auch im schlimmsten Fall rechtzeitig Lösungen zur Hand hat. Kaufmännische Sorgfaltspflicht hat man das früher in der Wirtschaft genannt. Obwohl diese Tugend angesichts überbordender Fixierung auf Börsenkurs und Quartalabschluss mittlerweile etwas aus der Mode gekommen ist, wäre sie doch ein guter Ansatz. Dann müssten Wissenschafter und Meinungsbildner auch nicht mehr die Zukunft so krampfhaft schön malen. (Markus A. Gaßner, 18.2.2019)