Seit der letzten Finanzkrise vor über zehn Jahren füllt die Banknotenpresse weltweit den Markt mit Geld, dem immer weniger Realwert gegenüber steht. Quantitative Easing nennen das die Fachleute. Letztere sind vor geraumer Zeit draufgekommen, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Deswegen hat die US-amerikanische Notenbank Fed 2018 den Geldhahn zugedreht und begonnen, dem Markt das zuvor hineingepumpte Geld wieder zu entziehen. Das hat wiederum dazu geführt, dass die New Yorker Aktienbörse letzten Dezember den stärksten Monatsverlust zum Jahresende seit der Großen Depression verzeichnete. Dass sich die Aktienmärkte nach Weihnachten dramatisch ins Positive wendeten, ist einem Eingriff der US-Regierung zu verdanken. Zusätzlich kündigte die Fed an, dass die zuvor angekündigten Zinserhöhungen vorerst ausgesetzt werden. Die riesigen Blasen an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten werden also nicht nur fortbestehen, sondern auch weiterhin mit billigem Geld gefüllt. Man wird sehen, ob wie lange die Fed weiter zuwarten und den Märkten vielleicht sogar noch weiter nachgeben wird. Auch ein Börsenkrach wie 1929 steht im Raum.

Die Entwicklungen in den USA und Russland könnten weitere Folgen in Europa haben.
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Nur 20 Prozent der staatlichen Stützungen für russische Großbanken werden dem Staat rückerstattet

Am anderen Ende der Welt hingegen, in Russland, konnten die großen Banken in den vergangenen beiden Jahren nur dank massiver Stützungen durch den Staat überleben. Insgesamt umgerechnet 35 Milliarden Euro wurden ihnen zugeschossen. Wie sich jetzt allerdings herausstellt, werden die geretteten Großbanken dem Staat nur 20 Prozent oder noch weniger der erhaltenen Förderungen zurückzahlen können. Die russischen Steuerzahler werden wohl oder übel für die Differenz aufkommen müssen.

Auswirkungen auf Österreich und Europa

Es liegt auf der Hand, dass ein Bankenkrach hüben wie drüben dramatische Folgen nach sich ziehen wird. Man kann also nur hoffen, dass sich die amerikanischen und die russischen Bankiers sehr genau überlegen, wie sie eine allfällige Krise rechtzeitig abwenden können. (Markus A. Gaßner, 18.2.2019)