Der Selbstmordattentäter fuhr im Bezirk Pulwama in eine Kolonne von Bussen.

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Großer Empfang für Mohammed bin Salman.

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Indiens Regierung erhebt nach dem Selbstmordanschlag, bei dem in der Vorwoche über 40 Paramilitärs getötet worden sind, schwere Vorwürfe gegen den verfeindeten Nachbarstaat Pakistan. Islamabad wird vorgeworfen, der Terrorgruppe Jaish-e-Mohammed, die sich zu dem Anschlag bekannt hat, Unterschlupf zu gewähren.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Donnerstag einen sprengstoffbeladenen Geländewagen in einen Konvoi von 78 Autobussen auf der streng bewachten Autobahn von Srinagar nach Jammu gelenkt. Es war der schwerste Anschlag seit 30 Jahren.

Ein Cricketklub in Mumbai verhängte ein Porträt des pakistanischen Präsidenten Imran Khan, der vor seiner politischen Karriere den Sport professionell betrieben hatte.

Nun gilt für zivile Fahrzeuge ein Verbot, sich Militärkonvois zu nähern, für Importe aus Pakistan müssen nun 200 Prozent Steuer bezahlt werden, mehreren Anführern der kaschmirischen Separatisten wurden ihre Leibwächter entzogen.

USA kritisieren Pakistan

Auch die USA riefen Pakistan auf, die Unterstützung von Terrorgruppen auf seinem Gebiet unverzüglich zu beenden. "Dieser Angriff bestärkt nur unsere Entschlossenheit, die Zusammenarbeit und Koordination zwischen den USA und Indien bei der Terrorismusbekämpfung zu stärken", hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

In der an Kaschmir grenzenden indischen Region Jammu kam es zu Brandanschlägen auf die Häuser kaschmirischer Muslime, die Regierung verhängte eine Ausgangssperre und schaltete in der ganzen Region den Datenfunk ab.

Am Montag erschossen indische Truppen Jaish-e-Mohammed-Anführer Abdul Rasheed Ghazi alias Kamran, der den Anschlag organisiert haben soll, und zwei seiner Gesinnungsgenossen. Bei den Gefechten kamen mindestens vier indische Soldaten und ein Zivilist ums Leben.

Iran verlegt Kampfflugzeuge

Gleichzeitig erhöht auch der Iran den Druck auf Pakistan: Nachdem sich die sunnitische Gruppe Jaish al-Adl ("Armee der Gerechtigkeit") zu einem Anschlag bekannte, bei dem in der südöstlichen Unruheprovinz Sistan und Belutschistan 27 iranische Revolutionsgardisten starben, wurde am Sonntag der pakistanische Botschafter ins Außenministerium bestellt. Außerdem verlegte die iranische Luftwaffe Kampfflugzeuge der Typen F4 und F14 auf die Flugplätze Bandar Abbas und Chabahar im Süden des Landes, um den Druck auf Pakistan zu erhöhen.

Der Kommandant der Eliteeinheit, Mohammad Ali Jafari, erklärte, die pakistanische Regierung wisse, wo sich die "Konterrevolutionäre" befänden und dass sie von den pakistanischen Sicherheitskräften unterstützt würden. Wenn die Regierung in Islamabad nicht selbst diese "Konterrevolutionäre" bestrafe, werde der Iran Vergeltung üben, und Pakistan werde "die Konsequenzen seiner Unterstützung dieser Gruppe" tragen müssen, warnte Jafari im Staatsfernsehen.

Saudis versprechen Milliarden

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman stellte sich auf die Seite Pakistans: Bei einem Staatsbesuch sagte er Investitionen von 20 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) zu. Die Saudis wollen in der Küstenstadt Gwadar, wo China derzeit einen Hafen baut, eine Raffinerie- und Petrochemieanlage errichten. Außerdem ordnete er als Geste des guten Willens an, 2.107 pakistanische Häftlinge freizulassen.

Der Prinz reiste mit einer tausendköpfigen Delegation aus offiziellen Vertretern und Geschäftsleuten an; nach Angaben des pakistanischen Informationsministers Fawad Chaudhry ist es die größte offizielle Delegation, die das Land jemals empfangen hat.

Ursprünglich hatte Mohammed bin Salman geplant, anschließend noch Malaysia, Indonesien und China zu besuchen, sagte den Rest seiner Asienreise dann aber ohne Angabe von Gründen ab. (red, APA, 18.2.2019)