Bei Anlegern kam die Nachricht gut an. Tom Tailors Papiere gewannen an Fahrt

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Hamburg/Shanghai – Der chinesische Mischkonzern Fosun, der auch die Mehrheit (rund 58 Prozent) an dem Vorarlberger Strumpfhersteller Wolford besitzt, will sich den deutschen Bekleidungshändler Tom Tailor einverleiben. Der Konzern wird damit zum Retter für die in Schieflage geratene Modekette.

In einem ersten Schritt werde der als Firmenjäger bekannte Beteiligungskonzern die Aktien aus einer zehnprozentigen Kapitalerhöhung zu einem Preis von 2,26 Euro je Anteilsschein zeichnen, teilte Tom Tailor am Dienstag mit. Da Fosun damit die 30-Prozenthürde überspringen werde, können sich die übrigen Aktionäre auf ein Übernahmeangebot einstellen.

Vertrauensbeweis

Zu den möglichen Konditionen des Offerts habe der Vorstand aber noch keine Erkenntnisse. "Die Tatsache, dass Fosun die neuen Aktien vollständig zeichnet, betrachten wir als Vertrauensbeweis in unseren eingeschlagenen Kurs", erklärte Konzernchef Heiko Schäfer. Finanzvorstand Thomas Dressendörfer betonte, das Engagement von Fosun sei auch ein klares Signal an die Investoren und finanzierenden Banken, dass ein Ankeraktionär langfristig die Modefirma unterstützen will.

Bei Anlegern kamen die Nachrichten gut an. Die Papiere schnellten um 12 Prozent auf 2,41 Euro in die Höhe. An der Börse ist der Modekonzern rund 90 Mio. Euro wert. Vor einem Jahr wurden die Titel noch mit mehr als zehn Euro gehandelt.

Tom Tailor steht wie seine Wettbewerber seit Jahren unter Druck und schreibt immer wieder hohe Verluste. Ein Grund für die Misere war die Übernahme der schwächelnden Modekette Bonita, aber auch der zunehmende Konkurrenzkampf mit dem Onlinehandel. Der einst ebenfalls expansionsfreudige Damenmodekonzern Gerry Weber musste zuletzt sogar Insolvenz anmelden.

Kapitalerhöhung

Die Kapitalerhöhung soll am 22. Februar über die Bühne gehen. Die Einnahmen daraus von rund 8,6 Mio. Euro würden vor allem für die Sanierung des Sorgenkindes Bonita verwendet, kündigte Schäfer an. Zudem solle das Eigenkapital gestärkt werden. "Die Tom Tailor Gruppe geht 2019 in ein herausforderndes Jahr, in dem wir das Wachstum in unserer Kernmarke Tom Tailor in einem schwierigen Umfeld weiter stärken und die Restrukturierung unserer Tochter Bonita konsequent vorantreiben wollen", so Schäfer. Die Kapitalerhöhung sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Fosun ist seit 2014 bei Tom Tailor engagiert und hat seine Anteile in den vergangenen Jahren sukzessive aufgestockt auf zuletzt knapp 30 Prozent. Der Beteiligungskonzern hatte seinerzeit auch die Frankfurter Privatbank. (19.2.2019, APA/Reuters)