Neue Zeiten brechen an. Das Postulat des österreichischen Innenministers (sic!), das Recht habe der Politik zu folgen und nicht umgekehrt, trägt bereits Früchte. Zumindest im Ansatz, wie Ereignisse in einem hübschen steirischen Städtchen belegen mögen.

Am 1. Februar übernahm dort ein privater Sicherheitsdienst die Parkraumüberwachung – mit fatalen Folgen.

Binnen kürzestem schoss die Strafzettelanzahl dermaßen in die Höhe, dass sich der Gemeinderat damit befassen musste. Der Bürgermeister habe das "fehlende Augenmaß" der Parksheriffs kritisiert, schrieb die "Kleine Zeitung", wenngleich der Stadtchef schon einräumte, dass, wer falsch parke, mit einer Strafe rechnen müsse. Dieses Wissens ungeachtet nahm sich der Bürgermeister den Parksheriffchef zur Brust.

Ein Kompromiss war offenbar schnell gefunden. Das Städtchen setze die Kontrollore nicht mehr täglich ein, "um den Druck rauszunehmen", wie die "Kleine" den Bürgermeister zitierte. Ja – und der Vertrag mit den Parksheriffs werde nur verlängert, "wenn es jetzt passt".

Allerdings geht die Geschichte gut aus. Das zerbrechliche Pflänzchen Rechtsstaat hat sich durch den steirischen Beton durchgekämpft. Der Vertrag wurde verlängert, und die Parksheriffs walten ungebrochen ihres Amtes. "Alles andere wäre auch Amtsmissbrauch", wie deren Chef weiß.

Vielleicht brechen die neuen Zeiten doch nicht so schnell an. (Renate Graber, 19.2.2019)