Mobilfunk ist eine teure Angelegenheit. Besonders wenn es um den Ausbau der neuen schnellen 5G-Technologie geht. Die Politik, die ja die Telekommunikation vor 20 Jahren privatisiert hat, fordert einen schnellen Ausbau. Das werden die Telekommunikationsbetreiber mangels Finanzen nicht leisten können. Die befinden sich im liberalisierten Markt in einem harten Wettbewerb um Kunden, die den günstigsten Tarif wählen. Schließlich zahlen sie schon genug Abo-Gebühr für Netflix und Co, welche wiederum die mobilen Datenverbindungen der heimischen Betreiber kostenlos benützen. Ein Teufelskreis also.

Doch die Industrie hilf sich selbst. In Italien haben die Betreiber Vodafone und (der ehemals staatliche Betreiber) Telecom Italia ein Abkommen zum gemeinsamen Netzausbau unterzeichnet. In Deutschland wiederum schlägt der ehemalige Telekom-Austria-Vorstand und jetzige Vodafone-Chef Hannes Ametsreiter vor, jedem der drei großen (annähernd gleich starken) Anbieter (Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica) eine Region zuzuordnen, in der sie 5G aufbauen. Im Betrieb werden die Netze dem Mitbewerb zur Verfügung gestellt.

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6G?

Hier wie dort zeigt sich, dass ein zwar regulierter, aber freier Markt weder dem Kunden, noch der Wirtschaft den maximalen Nutzen bringt, den ihnen die Politik verspricht. Zum Glück ist der Markt frei genug, dass er selbst Lösungen findet, um die unrealistischen Forderungen der Politik möglichst zu erfüllen.

Es gibt allerdings noch eine Steigerung in Form einer virtuellen Marktkonzentraion – wenn es nämlich um "6G" geht, einem Begriff, der ausschließlich im Kopf von US-Präsident Donald Trump herumschwirrt. Er hat kürzlich die amerikanische Industrie dazu aufgefordert, nicht nur bei 5G, sondern auch bei "6G" die weltweitere Marktführung zu übernehmen. Seitdem fragt sich der Markt freilich, was genau "6G" sein soll. (Markus A. Gaßner, 25.2.2019)