Der Papst zelebriert am Sonntag eine Messe in der Sala Regia.

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Franziskus versprach in Zukunft hartes Durchgreifen bezüglich Missbrauchs-Fällen.

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Vatikanstadt – Papst Franziskus beendet am Sonntagmorgen das erste Gipfeltreffen im Vatikan zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Der Papst zelebriert eine Messe in der Sala Regia, es folgt die Ansprache des Kirchenoberhauptes, mit der die viertägige Gipfelkonferenz zum Thema Kinderschutz beendet wird. Darin will der Papst Ergebnisse der Konferenz zusammenfassen und Ausblicke auf weitere Schritte geben.

Die Chefs der 114 Bischofskonferenzen weltweit und weitere rund 70 Teilnehmern führten seit Donnerstag Gespräche, um Wege zu finden, sexuelle Misshandlungen von Kindern durch Geistliche zu verhindern. Viele Vorschläge und Ideen standen zur Diskussion, bindende Beschlüsse können die Teilnehmer auf der Konferenz nicht fassen. Auch eine Abschlusserklärung war nicht vorgesehen.

Papst versprach Ende der Vertuschung

Laut Papst Franziskus wiege sexueller Missbrauch durch Geistliche in der katholischen Kirche noch schwerer als in anderen Bereichen der Gesellschaft. "Wir müssen uns darüber im Klaren sein: Die weltweite Verbreitung dieses Übels bestätigt, wie schwerwiegend es für unsere Gesellschaften ist, schmälert aber nicht seine Abscheulichkeit innerhalb der Kirche", sagte der Pontifex.

"Die Unmenschlichkeit dieses Phänomens auf weltweiter Ebene wird in der Kirche noch schwerwiegender und skandalöser, weil es im Gegensatz zu ihrer moralischen Autorität und ihrer ethischen Glaubwürdigkeit steht", sagte er.

Der Papst versprach erneut ein hartes Durchgreifen der katholischen Kirche gegen sexuellen Missbrauch und ein Ende der Vertuschung. Kein Missbrauch dürfe jemals wie in der Vergangenheit vertuscht oder unterbewertet werden. "Sollte in der Kirche auch nur ein Missbrauchsfall ausfindig gemacht werden – was an sich schon eine Abscheulichkeit darstellt – so wird dieser Fall mit der größten Ernsthaftigkeit angegangen."

Bußgottesdienst am Samstag

"Wir bekennen, dass wir die Schuldigen geschützt und die Opfer zum Schweigen gebracht haben", sprach Neuseelands Kardinal John Dew eines von fünf Schuldbekenntnissen in der knapp einstündigen Andacht während eines Bußgottesdienstes am Samstagabend in der Sala Regia des Apostolischen Palastes.

Bischof Philip Naameh aus Ghana verglich seine Mitbrüder mit dem verlorenen Sohn des biblischen Gleichnisses. Wie diese hätten sie ihr Erbe verschleudert. "Wir waren zu selbstgefällig, uns mit den dunklen Seiten unserer Kirche auseinanderzusetzen", sagte Naameh in seiner Predigt. (APA, 24.2.2019)