Die US-Basis Futenma soll nach Henoko verlegt werden. Hier finden bereits Landgewinnungsmaßnahmen statt.

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Tokio – Im heftigen Streit über die Verlegung eines US-Truppenstützpunkts auf der japanischen Südinsel Okinawa will die Regierung in Tokio ungeachtet eines örtlichen Volksentscheids hart bleiben. Obwohl über 70 Prozent der Wähler auf Okinawa am Vortag gegen den Bau des Stützpunktes stimmten, machte Ministerpräsident Shinzo Abe am Montag vor Reportern deutlich, dass dies an der Planung nichts ändern werde.

Die Verlegung des in einem Wohngebiet der Stadt Ginowan gelegenen Marineinfanterie-Stützpunktes Futenma in das weniger dicht besiedelte Küstengebiet Henoko könne nicht weiter verschoben werden, wurde Abe zitiert. Das lokale Referendum auf Okinawa vom Sonntag war rechtlich nicht bindend.

Belastung

Die Bewohner Okinawas, wo das Gros der US-Truppen in Japan stationiert ist, empfinden die starke Militärpräsenz schon als belastend genug und fordern, dass die Basis ganz aus Okinawa verschwindet. Der Stützpunkt Futenma hatte in den vergangenen Jahren immer wieder für Proteste in der Bevölkerung auf Okinawa gesorgt. Lärmbelastung, Sicherheitsrisiken sowie Straftaten von US-Militärangehörigen brachten die Einheimischen auf die Barrikaden.

Schon seit dem Jahr 2006 besteht jedoch zwischen den USA und Japan eine Vereinbarung, den Marineinfanterie-Stützpunkt nach Henoko im Westen der Insel zu verlegen. Die USA sind Japans Schutzmacht. Das Gebiet in Henoko, wo bereits mit Landgewinnungsmaßnahmen für die neue Basis begonnen wurde, bietet einen Lebensraum für bedrohte Arten. (APA, 25.2.2019)