Das Mate X von Huawei.

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Sie sind die Stars des diesjährigen Mobile World Congress in Barcelona. Die ersten faltbaren Smartphones werden zwar nur hinter Vitrinen der Öffentlichkeit präsentiert – aber mehr braucht es derzeit auch nicht, alle Besucher der Messe wollen die neuen Handys sehen.

Samsung hat bereits vergangene Woche ein Hybridgerät aus Tablet und Smartphone präsentiert, der chinesische Konkurrent Huawei zog beim Mobile World Congress am Sonntagabend nach. Auch der zweite chinesische Riese, Xiaomi, und andere Unternehmen arbeiten fieberhaft an Geräten mit faltbaren Bildschirmen, die wieder Schwung ins Handygeschäft bringen sollen. Die Verkaufszahlen waren 2018 weltweit um 4,1 Prozent auf 1,4 Milliarden Stück gefallen.

Saftige Preise

Samsung bewirbt sein Galaxy Fold daher als "einzigartiges Luxusgerät". Das zeigt sich auch am Preis: Zum Verkaufsbeginn am 26. April soll es ab 2.000 Euro kosten. Das neue Huawei-Gerät Mate X ist mit 2.299 Euro sogar noch teurer. "Ich glaube, wir befinden uns im Steinzeitalter des faltbaren Geräts", sagt Ben Wood, Analyst der Marktforschungsfirma CCS Insight.

Laut seinen Prognosen wird das Falthandy bis 2022 wegen des Preises ein Nischenprodukt bleiben. Dann sollten allerdings die ersten vergleichsweise günstigen Geräte auf den Markt kommen. Neben dem Preis offenbaren die Falthandys nämlich noch weitere Probleme. Dazu gehören unter anderem das Display, auf dem sich bei Sonnenschein schlecht lesen lässt, und das sperrige Design.

Samsung lässt sein Galaxy Fold bewachen. Besucher dürfen nur schauen.
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100 Faltvorgänge täglich

Zudem wirft die Widerstandsfähigkeit der Geräte Fragen auf. Die Mechanik gilt als Schwachstelle. Zwar sagt Huawei-Manager Clement Wong zum STANDARD, dass sein Mate X "sehr oft" gefaltet werden könne, ohne kaputtzugehen. Genauere Informationen nennt das Unternehmen derzeit aber noch nicht.

Überhaupt gibt sich Huawei verschlossen, was das Gerät angeht. Journalisten durften es, mit wenigen Ausnahmen, bisher nicht berühren. Auch Samsung hat sein Faltbares noch gar nicht aus den Händen gegeben. Immerhin verspricht das Unternehmen offiziell, dass sein Galaxy Fold 100-mal pro Tag gefaltet werden kann. Und zwar über einen Zeitraum von fünf Jahren. (Markus Sulzbacher, 26.2.2019)