Der Mobile World Congress, die wichtigste Mobilfunkmesse des Jahres, ist in vollem Gange. Und zahlreiche Hersteller haben am oder rund um den Event in Barcelona neue Smartphones vorgestellt. Darunter finden sich auch einige spannende Geräte. Wir haben eine Auflistung gebastelt, die längst nicht nur aus Falthandys besteht.

Samsung Galaxy Fold

Die wohl größte Neuerung dieser Saison sind faltbare Smartphones. Gleich zwei Unternehmen gehen schon bald damit auf den Markt. Bereits im Vorfeld der Messe enthüllte Samsung sein Galaxy Fold. Neben High-End-Spezifikationen rund um Qualcomms neuen Snapdragon 855 und 12 GB RAM hat man ein Gerät entwickelt, das mit einem Außendisplay mit 4,6 Zoll Diagonale daherkommt und einen Bildschirm mit 7,4 Zoll offenbart, wenn man es auseinanderklappt.

Dazu gibt es noch eine Triple-Kamera sowie einen Akku mit recht üppigen 4.380 mAh. Hinsichtlich der weiteren Details schweigt sich Samsung weitgehend aus. Im April wird das Falthandy in ersten Ländern erhältlich sein, zu uns kommt es im Mai. Kostenpunkt: 2.000 Euro.

Samsung

Huawei Mate X

Auch Huawei hat angekündigt, Mitte des Jahres ein erstes "Foldable" auf den Markt zu schicken. Das Mate X spart sich den Zusatzbildschirm und verfrachtet das Faltdisplay auf die Außenseite. Hier kommt man im ausgeklappten Zustand auf 8 Zoll, also ebenfalls das Format eines kleinen Tablets, 6,6 bzw. 6,4 sind es sonst.

Darunter soll Huaweis Kirin-980-Chip in Kombination mit 8 GB RAM für ausreichend Leistung sorgen, hinzu gesellt sich ein 4.500-mAh-Akku. Und dank des Balong-5000-Modems ist das Gerät auch gleich für die allerdings erst im Werden begriffenen 5G-Netze geeignet. Eine Triple-Cam gehört ebenfalls zum guten Ton. Auch für das Mate X müssen Early Adopter tief in die Tasche greifen, den Preis beziffert Huawei nämlich mit 2.300 Euro.

Auch andere Unternehmen tüfteln bereits an Smartphones zum Falten, darunter etwa Xiaomi, Oppo und Royole. Letzteres Unternehmen will die finale Version seines Telefons noch heuer fertigstellen, bei Xiaomi und Oppo könnte es länger dauern.

Huawei Mobile

LG V50 Thinq

Bei LG entzieht man sich dem Falthype derweil noch. Stattdessen probiert man es mit einer modularen Lösung. Das neue LG V50 kann nämlich mit einem ansteckbaren Display erweitert werden. Dieses bezieht Strom über eigene Pins am Handy, die Datenübertragung erfolgt allerdings kabellos. Das soll das Gerät schmaler und flexibler im Einsatz machen, dafür opfert man allerdings den Tabletmodus.

Bei der restlichen Ausstattung hakt man die Liste brav ab. An Bord sind der Snapdragon 855 und ein 4.000-mAh-Akku. Dazu gibt es 5G-Anbindung und natürlich eine Hauptkamera mit drei Sensoren. Über den Preis und das genaue Erscheinungsdatum schweigt sich LG noch aus. Der Konzern plant aber, das Gerät noch in der ersten Jahreshälfte in den Handel zu bringen. Es dürfte deutlich weniger kosten als seine faltbaren Konkurrenten.

LG Mobile Global

Samsung Galaxy S10

Highlights bringt die Messe aber auch, was konventionelle Smartphones angeht. Da wäre etwa Samsungs Galaxy S10, das in gleich vier Ausführungen kommt. Drei davon sind bereits vorbestellbar, eine 5G-Variante soll im Sommer folgen. Im STANDARD-Kurztest wussten die Geräte bereits zu gefallen. Die optisch auffälligste Neuerung ist ein Lochausschnitt für die Frontkamera, ähnlich wie man es schon vom Honor View 20 kennt.

Das weitere Rezept kennt man. Das S10 paart High-End-Hardware von Qualcomm oder aus eigenem Hause nun mit einer Triple-Kamera und einem In-Display-Fingerabdruckscanner. Die Geräte sind außerdem wasserdicht nach IP68-Standard und behalten die 3,5-mm-Kopfhörerbuchse bei. Die Startpreise sind ein weiteres Mal in die Höhe geschnellt. Das etwas abgespeckte S10e bekommt man ab 749 Euro, bei den anderen beiden verfügbaren Varianten ist man ab 899 bzw. 999 Euro dabei.

Samsung

Xiaomi Mi 9

Der zweite Star unter den "Konventionellen" ist wohl Xiaomis Mi 9. Bemerkenswert dabei ist, dass Xiaomi heuer einen mehr oder weniger weltweit einheitlichen Start seines Flaggschiffs hinbekommt. Bereits im März soll das Handy nämlich auch in unseren Breitengraden offiziell erhältlich sein.

Mit einem Snapdragon 855, bis zu 12 GB RAM und – natürlich – einer Triple-Cam ist auch hier alles an Bord, was ein aktuelles Flaggschiff ausmacht. Nicht vorhanden ist hingegen die Audioklinke. Als herausstechendes Feature verspricht Xiaomi Wireless Charging mit stolzen 20 Watt. Drahtlos soll sich der 3.300-mAh-Akku binnen 100 Minuten vollständig laden lassen. Der Fingerabdruckscanner ist nun auch beim Standardmodell unter das Display gewandert, im Vorjahr war das noch den teureren "Pro"- und "Explorer"-Editionen vorbehalten. In Sachen Design setzt man weiterhin auf einen Notch, der aber deutlich geschrumpft wurde.

Während die Konkurrenz bei ihrer Preisgestaltung der 1.000-Euro-Marke immer näher kommt, könnte das Mi 9 zur ersten Wahl für Sparfüchse avancieren. Schon ab 449 Euro soll das Handy bald zu haben sein.

Xiaomi

Nokia 9 Pureview

Jahrelang wurde das neue Spitzengerät von Nokia durch die Gerüchteküche getrieben, jetzt ist es offiziell. Unter der Bezeichnung Nokia 9 Pureview kommt von Nokia und dessen ausführendem Partner HMD tatsächlich ein Smartphone mit gleich fünf Hauptkameras. Während das Gerät so manchen Trychophobiker unrund machen könnte, verspricht man sich durch die üppige Bestückung mit Fotosensoren herausragende Bildqualität.

Verzichten muss man auf Qualcomms aktuellen Snapdragon 855, Nokia setzt bei seinem Gerät noch auf den Vorgänger mit der Modellnummer 845. Beim Display übt man sich in Notch-Verzicht, und dank Android One soll auch die Update-Versorgung für die nächsten Jahre gesichert sein. Dank IP67 soll das Handy außerdem Outdoor-tauglich sein. Preislich ordnet man sich etwas unter den meisten High-End-Modellen ein. Ab Ende März soll das Nokia 9 um 649 Euro zu haben sein.

Nokia Mobile

Meizu Zero

Einen möglichen Blick in die Zukunft der Smartphones liefert der chinesische Mittelständler Meizu mit dem Meizu Zero. Das Handy, für das man derzeit auf Indiegogo Geld sammelt, ist eine um sämtliche Anschlüsse erleichterte Version des aktuellen Spitzenmodells Meizu 16, das auf der Messe am Qualcomm-Stand zu finden ist.

Und ja, richtig gelesen: Audioklinke, USB-Port, SIM-Slot und konventionelle Lautsprecher wurden gestrichen. Selbst konventionelle Tasten gibt es nicht mehr. Aufladen und Musikhören geht hier nur noch drahtlos, beim Provider meldet man sich per E-SIM an. Im Gegenzug bietet das Gerät Schallübertragung über das Display und Wasserfestigkeit nach IP68. Das experimentelle Gerät soll im April ausgeliefert werden. Das Interesse daran ist bislang aber begrenzt. Nach aktuellem Stand wird Meizu das angestrebte Finanzierungsziel klar verfehlen.

MEIZU

Energizer Power Max P18K Pop

Dieses Handy wird weder einen Schönheitspreis noch eine Auszeichnung für seinen "schlanken" Namen bekommen. In Sachen Akkulaufzeit könnte das Energizer Power Max P18K Pop es aber sogar mit den mutmaßlich unzerstörbaren Nokias der 1990er-Jahre aufnehmen. Versprochen werden 50 Tage Standby, 90 Stunden Telefonie oder 100 Stunden Musikwiedergabe. Gleich 18.000 mAh bietet nämlich der Energiespeicher, was selbst für das Handy eines hauptamtlichen Batterieherstellers nach Overkill anmutet. Und natürlich kann man damit auch andere Handys aufladen.

Das offizielle Gewicht ist zwar nicht bekannt, man darf aber davon ausgehen, dass das Gerät in Ziegelsteinanmutung im Zweifel formidabel zur Notwehr taugt. Abseits dieser Sonderqualifikationen hat man es mit einem Mittelklasse-Smartphone zu tun. Es bietet ein 18:9-Display mit Full-HD+-Auflösung, 6 GB RAM und 128 GB Speicher und als Basis einen Helio P70 von Mediatek. Eine unerwartete Draufgabe ist eine Triple-Cam, deren Qualität freilich noch zu eruieren ist.

Wann das Power Max P18K in den Handel kommt und was es kosten wird, ist noch offen. Dementsprechend haben Interessenten wohl noch etwas Zeit, um Möglichkeiten zur Erweiterung ihrer Hosentaschen zu finden.

Foto: AP

(Georg Pichler, 27.2.2019)