Franz-Josef Rehrl peilt die nächste Medaille an.

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Seefeld – Felix Gottwald ist für Franz-Josef Rehrl ein leuchtendes Vorbild. Der Salzburger mit Wohnsitz in Ramsau hat als bisher einziger Österreicher in der Nordischen Kombination einen Medaillen-"Hattrick" geschafft. Und das gleich viermal: Bei den Winterspielen 2002 und 2006 sowie bei der WM 2003 und 2011. Der Ramsauer Rehrl hat am Donnerstag die Chance auf sein drittes Edelmetall bei der Heim-WM.

"Das ist eine komplett neue Situation für mich", erklärte Rehrl am Mittwoch. Er habe die Erfolge und die Reaktionen von außen erst verarbeiten müssen. "Aber ich habe den freien Nachmittag am Dienstag genossen, bin top regeneriert und motiviert für die nächsten Wettkämpfe."

Der Wechsel vom Bergisel auf die Normalschanze in Seefeld fiel dem 25-Jährigen aber nicht so leicht. "Ich muss die Einstellungen noch richtig finden", sagte Rehrl vor der Konkurrenz am Donnerstag (11.00/15.15 Uhr/live ORF eins). "Die Karten werden völlig neu gemischt, aber ich glaube, dass mir die neue Langlaufrunde sogar mehr liegt."

Souvenir mitnehmen

Seidl wartet im Gegensatz zu seinem Zimmerkollegen noch auf WM-Edelmetall. Den vierten Platz vom Großschanzen-Einzel hat der Salzburger aber abgehakt. "Ich möchte schon auch ein Souvenir aus Seefeld mitnehmen", erklärte der 26-Jährige, der nach einer Erkrankung beim Laufen immer besser in Schwung kommt. "Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Mein Gesamtpaket fühlt sich gut an", betonte der Sieger des "Nordic Triple". "Ich vertraue auf das, was ich draufhabe."

Bernhard Gruber hat seine seit 2010 laufende Medaillenserie bei Großereignissen mit Bronze im Team-Sprint (mit Rehrl) schon prolongiert. "Ich freue mich einfach auf jeden Höhepunkt und auf diesen speziell. Ich gehe leidenschaftlich an jedes Großereignis heran", sagte der 36-Jährige. Er hat die Umstellung auf die Seelos-Schanze gut geschafft ("Das stimmt mich zuversichtlich") und setzt auf seine Laufstärke. Die neue Runde gefällt ihm. "Man kann viel auf Speed laufen und ich hoffe, dass ich einen guten Zug zusammenbekomme."

Dominante Deutsche

Vierter ÖSV-Teilnehmer ist diesmal nicht Lukas Klapfer, sondern Martin Fritz. Dieser habe in seinen Trainingssprüngen mehr Stabilität gezeigt als Klapfer, begründete Cheftrainer Christoph Eugen. Fritz, ein 24-jähriger Steirer, kennt Seefeld aus seiner fünfjährigen Schulzeit in Stams wie seine Westentasche. Die Heim-WM sei sein großes Ziel gewesen, sagte der WM-Debütant.

In Innsbruck war er auch an übergroßer Euphorie gescheitert. "Da wollte ich die Welt zerreißen, aber jetzt habe ich das gut hinbekommen." Fritz gilt als ausgeglichener Kombinierer, kann im Springen und im Laufen Top-Ten-Plätze erreichen. "Wenn mit ein Super-Sprung gelingt, ist viel möglich. Der Kurs ist mir auf den Leib geschneidert", gab sich der Weltcup-Dritte von Otepää optimistisch.

Der Weg zu Edelmetall führt diesmal vor allem über den zehnfachen Saisonsieger Jarl Magnus Riiber, der die Trainings dominiert hat und seine Teamkollegen. Die Deutschen kommen nach Doppel-Gold für Eric Frenzel mit viel Selbstvertrauen und auch der zweifache Olympia-Zweite Akito Watabe (Japan) ist nach dem vierten Rang im Team-Sprint heiß auf Edelmetall. (APA, 27.2.2019)